Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

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Sirius
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Sirius »

Kröter hat geschrieben: Sa 28. Feb 2026, 15:28
Alexboy hat geschrieben: Fr 27. Feb 2026, 22:19 Wenn mir Musikstücke/Gruppen Spaß bereiten - die in manchen Ohren minderwertig und vergeudet sind - und mir die geistige Reife abgesprochen wird die niedere Qualität vieler von mir gerne gehörten Scheiben zu erkennen - was solls.
Diese Argumente gegen meinen persönlichen Geschmack höre ich seit mehr als 60 Jahren.
Dann soll es eben so sein.
Es war und ist traurig zu lesen/hören - aber das ändert absolut nichts an meinen Vorlieben.
Ich höre was ich will - andere das was sie wollen.
Wenn für andere Rock gestorben ist - ich feiere weiter sein Überleben und das seiner vielen Verwandten und bleibe bei meinem niederen IQ-Wert. :twisted:
Nun ja, ich gehöre auch der Gruppe der geistig Unreifen an. Muss wohl daran liegen, dass ich schon in meiner Kindheit zu viel Rock und Metal gehört habe, da hat sich mein IQ nie richtig entwickeln können. Zumal ich erst Mitte der 60er geboren wurde und somit in den 70ern - als alles schon am Boden lag und sich nur noch wiederholt hat - meine musikalische Sozialisation hatte. Meine im Alter zunehmende Vorliebe für Black Metal hat dann wahrscheinlich dafür gesorgt, dass mein IQ noch weiter gesunken ist... was dann dafür gesorgt hat, dass mein Hirn mittlerweile total abgestumpft ist und ich somit gar nicht realisiere, dass Rock tot ist und dass die rund 400 Bands, die ich allein in den letzten drei Jahren live gesehen habe, mich alle nur abziehen wollen.

Fazit: Zum Glück bin ich mittlerweile gaga genug, um diese tote Musik auch weiterhin genießen zu können. Ich krieg ja eh nix mehr mit.
:lol:
Wunderbar!
:clap:
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Pavlos
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Pavlos »

Gewagte These: Vielleicht ist nicht der Rock tot, sondern wir. Nach Jahrzehnten des Anhörens, Diskutierens, Sammelns, Feierns, Headbangens sind wir evtl. ausgebrannt, ohne zu bemerken, dass Rock weiterhin regiert - nur halt anders als zu unserer Zeit. Dieser Gedanke kam mir vorhin, als ich mich mit meiner 14jährigen Tochter über das Thema Musik unterhielt. Nicht ganz ernst gemeint, aber auch nicht nur zum Spaß. :)
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Alexboy
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Alexboy »

Kröter hat geschrieben: Sa 28. Feb 2026, 15:28
Nun ja, ich gehöre auch der Gruppe der geistig Unreifen an. Muss wohl daran liegen, dass ich schon in meiner Kindheit zu viel Rock und Metal gehört habe, da hat sich mein IQ nie richtig entwickeln können. Zumal ich erst Mitte der 60er geboren wurde und somit in den 70ern - als alles schon am Boden lag und sich nur noch wiederholt hat - meine musikalische Sozialisation hatte. Meine im Alter zunehmende Vorliebe für Black Metal hat dann wahrscheinlich dafür gesorgt, dass mein IQ noch weiter gesunken ist... was dann dafür gesorgt hat, dass mein Hirn mittlerweile total abgestumpft ist und ich somit gar nicht realisiere, dass Rock tot ist und dass die rund 400 Bands, die ich allein in den letzten drei Jahren live gesehen habe, mich alle nur abziehen wollen.

Fazit: Zum Glück bin ich mittlerweile gaga genug, um diese tote Musik auch weiterhin genießen zu können. Ich krieg ja eh nix mehr mit.
Respekt! :yes: :beer: :clap:
Diese große Anzahl von Konzerten konnte ich nicht annähernd in meiner frühen Jugend bewältigen, geschweige denn irgendwann später.
Aber als amtliche Autoritätsperson solltest Du bezüglich der Vorliebe für Black Metal die Kirche ohne Rußspuren im Dorf lassen! :twisted:
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badger
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von badger »

Ich habe auf eine Umfrage zum Tod der Rockmusik geantwortet
und meine auf Recherchen und Fakten basierende Meinung geäußert.

Das war, ich gebe es zu, falsch!

Ich kann mich nur in aller Form bei allen Betroffenen entschuldigen.

Soll nicht mehr vorkommen.
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Beatnik
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Beatnik »

Was bei mir persönlich noch eine relativ wichtige Rolle spielt, die manchmal etwas ausser acht gelassen wird: Die Rockmusik, wie ich sie in meiner Jugend entdeckt habe, hat mein Leben nachhaltig verändert, sodass ich zum Beispiel auch schon früh wusste, dass ich später auch mal Rockmusik machen will. Hab ich dann auch gemacht. Die Musik, die mich so begeistert hat, existiert definitiv nicht mehr, ich hatte aber auch nie sowas wie eine Erwartungshaltung. Das ist sehr wichtig, dass man das nicht hat, weil man sonst den Anschluss verpasst. Ich kann nicht alles schlecht reden, nur weil sich Dinge entwickeln, auf die ich keinen Einfluss habe. Ich muss entweder mit der Zeit mitgehen, oder ich verhafte im Alten, Gewesenen. Das wiederum finde ich fast das Schlimmste, wenn ich merke, dass ich den Anschluss zu verpassen drohe. Darum habe ich mich auch immer mit den vor allem technischen Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte auseinandersetzen mögen. Da war in der Tat nicht sehr viel, dem ich was abgewinnen konnte, doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die 80er Jahre waren für mich die schlimmsten. Kalte Digitalmusik ohne Lebendigkeit, doch mittendrin Alben von Talk Talk: packend, nachhaltig, modern klingend. Die 90er, 00er, 10er und nun auch die 20er Jahre sind genau gleich. Es gibt sie immer wieder, diese unglaublich tollen Alben, die mich einfach fesseln. Ich kann deshalb nicht wirklich sagen, dass Rockmusik tot ist, sonst würde ich ja nur noch Musik hören, die ein halbes Jahrhundert alt ist. Da würde ich mich wahrscheinlich irgendwann nicht mehr für Musik interessieren. Oder zusammengefasst: Platten aus meiner Jugend lege ich mir heute auf, weil es mit schönen Erinnerungen verbunden ist und mir einfach der alte analoge Sound gefällt. Moderne Musik lege ich mir gerne auf, wenn sie mein Herz berührt, und da gibt es so unendlich viele gute Alben, um die es einfach schade wäre, würde ich sie nicht hören können. So lange mich Rockmusik noch berührt, begeistert, oder schlicht: erreicht, wird sie daher - für mich - auch nicht tot sein. :roll:
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Sirius
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Sirius »

Die Musik der 60er und 70er hat meine Leidenschaft zur ihr nachhaltig beeinflusst und ich möchte sie niemals missen. Die Yardbirds, Small Faces, CCR, Deep Purple, Led Zeppelin usw sind enorm wichtige Erinnerungen an diese noch unbeschwerte Zeit. Aber schon Ende der 70er änderte sich die Musik für mich, Heavy Metal trat auf die Bühne, eine Zeit, die mit phantastischen Erlebnissen zusammen hängt, was viele nicht wissen (können), nirgendwo trifft man bessere Leute, eine Gemeinschaft, die miteinander Spaß hat, sich auch ohne Worte versteht, die zusammen hält. Die meisten Konzerte, die ich besucht habe, waren welche von Metal Bands. Heute würde headbangen leider unweigerlich den Gang zum Orthopäden zur Folge haben...

In den frühen 2000ern änderte sich mein Fokus auf den Stil von Bands, den ich bis heute bevorzuge, IQ, RPWL, Pallas, The Pineapple Thief, Sylvan, Riverside, There's A Light usw spielen im großen Geschäft des Musikbusiness so gut wie keine Rolle, sie machen aber Musik, die mich emotional packt, die meine Aufmerksamkeit fordert, die auch mein Herz trifft. 90.000 Leute bei Pink Floyd waren ein tolles Erlebnis, aber 500 Leute im Colos-Saal in Aschaffenburg bei IQ ist viel persönlicher, intimer, intensiver.
Ich möchte die Musik meiner Kindheit und Jugend nicht mehr vermissen, aber ich könnte mir auch nie vorstellen, nur dieser Zeit nachzuhängen, die einzige Band, die mich den größten Teil meines Lebens seit meiner frühen Jugend immer begleitet hat, ist RUSH, deshalb ist RUSH auch immer meine Lieblingsband gewesen - und wird es auch bleiben.
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Alexboy
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Alexboy »

badger hat geschrieben: So 1. Mär 2026, 07:53 Ich habe auf eine Umfrage zum Tod der Rockmusik geantwortet
und meine auf Recherchen und Fakten basierende Meinung geäußert.

Das war, ich gebe es zu, falsch!

Ich kann mich nur in aller Form bei allen Betroffenen entschuldigen.

Soll nicht mehr vorkommen.
Niemand sollte sich für seine persönliche Meinung entschuldigen müssen.
Was war falsch?
Dass Du geantwortet hast? Die von Dir recherchierte Fakten? Deine Meinung?

Deine Ausführungen waren für mich ein sehr seltsames DejaVu.
In meiner Kindheit wurde mir schon vorgeworfen: Höre nicht immer diese scheiß Beat-Musik sondern die guten Sachen ( Operetten/deutsche Schlager etc. )
Das änderte sich eigentlich auch kaum in der Pubertät oder danach mit anderen Stilen und Vergleichen/Vorschlägen.
Ich reduzierte also den Umgang mit den ewig besser Wissenden, denn ich versuchte meinerseits nie jemanden von " meiner " gehörten Musik zu überzeugen, wenn sie mit ihrer glücklich waren. Warum auch?
Dass ausgerechnet in diesem Forum wieder die - für mich - sehr gleichklingenden Belehrungen über von mir gehörte Musik erschienen, war sehr - ernüchternd.
Musik ist für mich weniger eine geistige Herausforderung. Ich höre Sound - vergleichbar vielleicht mit dem angeblichen Hendrix-Vergleich von Musik mit Farben - :ugeek: - soll bedeuten, wenn irgendetwas nicht mit meinem Hörverständnis harmoniert ( Sänger/Instrument/Melodie etc. ) schalte ich aus.

Meine Gedanken dazu. :wave:
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Dudesogood
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Dudesogood »

Beatnik hat geschrieben: Fr 27. Feb 2026, 23:14

Für mich hat Musik nichts mit geistiger Reife zu tun, sondern mit Gefühl und Sensibilität für Künstlerisches Schaffen. Ich bin eben auch kein Kopfmensch. :wave:
Schöne Aussage und Einstellung. Kann allerdings auch für Kopfmenschen gelten. Für mich ist Rock nicht unbedingt tot, eher in bestimmten Spielarten. Im Bereich Artrock/Prog und auch im Jazzrock sind in den letzten Jahren sehr viele interessante, vielleicht sogar Meilensteine (Steven Wilson, Big Big Train, Naxatras, Underground Canopy, GoGo Penguin, Gazpacho...) erschienen. Und auch sonst ist das Niveau erstaunlich hoch.
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Dudesogood
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Dudesogood »

Sirius hat geschrieben: So 1. Mär 2026, 09:46 Die Musik der 60er und 70er hat meine Leidenschaft zur ihr nachhaltig beeinflusst und ich möchte sie niemals missen. Die Yardbirds, Small Faces, CCR, Deep Purple, Led Zeppelin usw sind enorm wichtige Erinnerungen an diese noch unbeschwerte Zeit. Aber schon Ende der 70er änderte sich die Musik für mich, Heavy Metal trat auf die Bühne, eine Zeit, die mit phantastischen Erlebnissen zusammen hängt, was viele nicht wissen (können), nirgendwo trifft man bessere Leute, eine Gemeinschaft, die miteinander Spaß hat, sich auch ohne Worte versteht, die zusammen hält. Die meisten Konzerte, die ich besucht habe, waren welche von Metal Bands. Heute würde headbangen leider unweigerlich den Gang zum Orthopäden zur Folge haben...

In den frühen 2000ern änderte sich mein Fokus auf den Stil von Bands, den ich bis heute bevorzuge, IQ, RPWL, Pallas, The Pineapple Thief, Sylvan, Riverside, There's A Light usw spielen im großen Geschäft des Musikbusiness so gut wie keine Rolle, sie machen aber Musik, die mich emotional packt, die meine Aufmerksamkeit fordert, die auch mein Herz trifft. 90.000 Leute bei Pink Floyd waren ein tolles Erlebnis, aber 500 Leute im Colos-Saal in Aschaffenburg bei IQ ist viel persönlicher, intimer, intensiver.
Ich möchte die Musik meiner Kindheit und Jugend nicht mehr vermissen, aber ich könnte mir auch nie vorstellen, nur dieser Zeit nachzuhängen, die einzige Band, die mich den größten Teil meines Lebens seit meiner frühen Jugend immer begleitet hat, ist RUSH, deshalb ist RUSH auch immer meine Lieblingsband gewesen - und wird es auch bleiben.
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Interessant: There's a Light ist eine Band aus dem Badischen Lahr. Die kennt man eher in China, wo sie schon getourt und auf einem Post-Rock Festival aufgetreten sind, als in Lahr oder Freiburg. Hab die Band schon zig mal live gesehen. Großes Kino!
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Sirius
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Sirius »

Dudesogood hat geschrieben: Di 3. Mär 2026, 14:25
Sirius hat geschrieben: So 1. Mär 2026, 09:46 Die Musik der 60er und 70er hat meine Leidenschaft zur ihr nachhaltig beeinflusst und ich möchte sie niemals missen. Die Yardbirds, Small Faces, CCR, Deep Purple, Led Zeppelin usw sind enorm wichtige Erinnerungen an diese noch unbeschwerte Zeit. Aber schon Ende der 70er änderte sich die Musik für mich, Heavy Metal trat auf die Bühne, eine Zeit, die mit phantastischen Erlebnissen zusammen hängt, was viele nicht wissen (können), nirgendwo trifft man bessere Leute, eine Gemeinschaft, die miteinander Spaß hat, sich auch ohne Worte versteht, die zusammen hält. Die meisten Konzerte, die ich besucht habe, waren welche von Metal Bands. Heute würde headbangen leider unweigerlich den Gang zum Orthopäden zur Folge haben...

In den frühen 2000ern änderte sich mein Fokus auf den Stil von Bands, den ich bis heute bevorzuge, IQ, RPWL, Pallas, The Pineapple Thief, Sylvan, Riverside, There's A Light usw spielen im großen Geschäft des Musikbusiness so gut wie keine Rolle, sie machen aber Musik, die mich emotional packt, die meine Aufmerksamkeit fordert, die auch mein Herz trifft. 90.000 Leute bei Pink Floyd waren ein tolles Erlebnis, aber 500 Leute im Colos-Saal in Aschaffenburg bei IQ ist viel persönlicher, intimer, intensiver.
Ich möchte die Musik meiner Kindheit und Jugend nicht mehr vermissen, aber ich könnte mir auch nie vorstellen, nur dieser Zeit nachzuhängen, die einzige Band, die mich den größten Teil meines Lebens seit meiner frühen Jugend immer begleitet hat, ist RUSH, deshalb ist RUSH auch immer meine Lieblingsband gewesen - und wird es auch bleiben.
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Interessant: There's a Light ist eine Band aus dem Badischen Lahr. Die kennt man eher in China, wo sie schon getourt und auf einem Post-Rock Festival aufgetreten sind, als in Lahr oder Freiburg. Hab die Band schon zig mal live gesehen. Großes Kino!
Ja, ich mag die Musik der Band sehr, beide Alben und die 2 EPs sind in meiner Sammlung, live habe ich sie leider noch nicht erlebt. Ist für mich emotional noch eine Stufe über Long Distance Calling angesiedelt. Hab ich hier mal vorgestellt, hat aber kaum Interesse hervorgerufen.
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Dudesogood
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Dudesogood »

Sirius hat geschrieben: Di 3. Mär 2026, 14:44
Dudesogood hat geschrieben: Di 3. Mär 2026, 14:25
Sirius hat geschrieben: So 1. Mär 2026, 09:46 Die Musik der 60er und 70er hat meine Leidenschaft zur ihr nachhaltig beeinflusst und ich möchte sie niemals missen. Die Yardbirds, Small Faces, CCR, Deep Purple, Led Zeppelin usw sind enorm wichtige Erinnerungen an diese noch unbeschwerte Zeit. Aber schon Ende der 70er änderte sich die Musik für mich, Heavy Metal trat auf die Bühne, eine Zeit, die mit phantastischen Erlebnissen zusammen hängt, was viele nicht wissen (können), nirgendwo trifft man bessere Leute, eine Gemeinschaft, die miteinander Spaß hat, sich auch ohne Worte versteht, die zusammen hält. Die meisten Konzerte, die ich besucht habe, waren welche von Metal Bands. Heute würde headbangen leider unweigerlich den Gang zum Orthopäden zur Folge haben...

In den frühen 2000ern änderte sich mein Fokus auf den Stil von Bands, den ich bis heute bevorzuge, IQ, RPWL, Pallas, The Pineapple Thief, Sylvan, Riverside, There's A Light usw spielen im großen Geschäft des Musikbusiness so gut wie keine Rolle, sie machen aber Musik, die mich emotional packt, die meine Aufmerksamkeit fordert, die auch mein Herz trifft. 90.000 Leute bei Pink Floyd waren ein tolles Erlebnis, aber 500 Leute im Colos-Saal in Aschaffenburg bei IQ ist viel persönlicher, intimer, intensiver.
Ich möchte die Musik meiner Kindheit und Jugend nicht mehr vermissen, aber ich könnte mir auch nie vorstellen, nur dieser Zeit nachzuhängen, die einzige Band, die mich den größten Teil meines Lebens seit meiner frühen Jugend immer begleitet hat, ist RUSH, deshalb ist RUSH auch immer meine Lieblingsband gewesen - und wird es auch bleiben.
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Ja, ich mag die Musik der Band sehr, beide Alben und die 2 EPs sind in meiner Sammlung, live habe ich sie leider noch nicht erlebt. Ist für mich emotional noch eine Stufe über Long Distance Calling angesiedelt. Hab ich hier mal vorgestellt, hat aber kaum Interesse hervorgerufen.
Echt? Na dann sind wir schon zwei. :beer: Long Distance Calling sind eine klasse Band. :yes: Im Post Rock gibt es viele gute Sachen. Ich weiß jetzt nicht ob das unbedingt unter Postrock läuft-aber einer der besten Bands, die ich seit langem live gesehen habe. :prayer:

Naxatras aus Griechenland. Von wegen "Rock ist tot"

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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Aussie »

Sirius hat geschrieben: Mi 25. Feb 2026, 06:36
Ist Rock tot ?
Nein, aber er hat nicht mehr die Relevanz früherer Jahrzehnte.
Die Generationen, die mit der Musik der 60er, 70er und 80er aufgewachsen sind, haben auch den Erfolg der Rockmusik getragen - und tun es noch heute. Aber genau wie die Helden dieser Zeit, werden auch die Liebhaber immer weniger, und die Generationen, die nachwachsen, wachsen in einer veränderten Welt auf. Letztes Jahr wurden in Deutschland mehr Vinylalben als CDs verkauft, aber im Vergleich zum Streaming werden physische Tonträger langsam aber sicher bedeutungslos. Streaming wird vielen neuen Bands das Leben und Überleben schwer bis unmöglich machen, hier die Zahlen zum Streaming und die Verdiensmöglichkeiten :
https://www.stereo.de/ratgeber/musikstr ... g-musiker/
Bild
Eine Million mal muss ein Song gestreamt werden, um damit minimal 3.000$ bis maximal 18.000$ zu verdienen, wobei QOBUS und Tidal dabei noch die erfeulichen Ausnahmen darstellen, Spotify; Amazon und die anderen großen Anbieter beuten die Künstler aus.

Topacts werden auch mit Streaming gut leben können, aber viele kleine Bands eben nicht. Durch Streaming hat sich auch der Besuch von Konzerten überproportional verteuert, früher tourten Bands um ihe Alben zu promoten, heute promoten Bands mit ihren Alben die anschließende Tour, denn nur da lässt sich gerade für kleiner Acts noch genug Geld verdienen, für mich selbst war es immer sehr wichtig, meine Lieblingsbands auch live erleben zu können, dadurch wurde die Bindung auch verstärkt, für junge Leute ist es dagegen heute schwierig, die hohen Ticketpreise zu stemmen. Ich habe es ja mal an anderer Stelle erwähnt, dass mir Paul Cook und Peter Nicholls von IQ nach einem Konzert in Aschaffenburg erzählten, dass die Band noch nie von den Verkäufen ihrer Alben leben konnte, es reichte meistens nur für neues Equipment und die Produktion des nächten Albums, alle Bandmitglieder gehen einem Beruf nach, für Touren wird der Urlaub geopfert. Es ist Liebe zur Musik, und die Liebe der Fans zur Band, dass sie immer wieder auch nach Deutschland kommen, mit Geld kaum aufzuwiegen. Der Versuch von mir, an Verkaufszahlen der Pineapple Thiefs zu kommen, ist gescheitert, es gibt einfach keine, ich denke, da wird es ähnlich wie bei IQ und vielen anderen Bands laufen, dass es die Liebe zur Musik ist, dass uns solche Bands dennoch über Jahrzehnte mit ihrer Kunst beglücken.
Vor Jahren habe ich versucht den zwei Jungs meiner Nachbarn, die ich seit ihrer Geburt kenne, die Rockmusik näher zu bringen, sie waren beide sehr an meiner Anlage interessiert. Aber weder Pink Floyd, Led Zeppelin, Santana oder Marillion konnte echtes Interesse wecken (Langweilig, passiert da auch mal was ...), der jüngere hörte irgendwann ständig Hip Hop (für mich im Prinzip gar keine richtige Musik), der ältere lässt sich durch zufällige Wiedergabe bei Spotify berieseln. Formate wie TikTok werden junge Menschen von der konventionellen Art Musik zu hören noch weiter entfernen. Es wird aber sicherlich immer wieder auch neue Fans geben, die Interesse an der klassischen Rockmusik finden, allerdings weiß man heute noch nicht wirklich, wohin die Entwicklung noch gehen wird, gerade im Hinblick auf Social Media, Streaming und auch die KI wird vieles verändern.

Wenn ich jetzt nochmal die Frage stelle "Ist Rock tot" antworte ich weiterhin, nein, aber für mich wird er immer bedeutungsloser werden, gerade da unsere Generationen in absehbarer Zeit nicht mehr unserem geliebten Hobby nachgehen werden (können).


Ich stimme dir voll und ganz zu. Aber da ist auch ein wenig Hoffnung. Ich sah viele jüngere Leute bei den Tea Party und Dream Theater Konzerten, die auch kräftig mitsangen. Ich spendete ungefähr 1400 Euro für Anreise und Hotel. Die Tickets waren " nur" 300 Euro.
3000 Leute erlebten zweieinhalb Stunden Konzrrte.
Die Woche darauf kam Ed Sheeran und füllte das Stadion.mit 50000 Zuhören, die Ticketpreise waren auch happig.
Neuere Bands unserer Szene haben keine Chance auf kommerziellen Erfolg. Dein Beispiel mit IQ kommt der Geschichte von Spock's Beard nahe, die auf Hochzeiten spielen oder als Coverband.
Rockmusik oder progressive Rock war und bleibt Spartenmusik.
Auch wir schwelgen in Erinnerungen weil leider nicht viel Neues kommt. Wenigsten hatten wir diese Zeiten.
Auch die Interessen shiften, Musiker machen nur Geld wenn sie sich private gut verkaufen.
Wenigsten mag meine Frau Neal Morse beim Autofahren und meine Jungs wippen mit den Köpfen zu DT, Pantera, sound garden etc. ....Babysteps 🤣🤣🤣🤣

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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von Aussie »

Pavlos hat geschrieben: Mi 25. Feb 2026, 20:44 Tot nicht, aber langweilig. Zumindest größtenteils.

Es war ja schon alles da, und das schon seit langem. Neues, erfrischendes hört man immer seltener, und irgendwann hat man es sich auch als Hörer bequem gemacht und an die ständigen Wiederholungen gewöhnt. Ist nicht schlimm, aber die gewaltige Revolution, die Rock früher einmal war, ist futsch. Einst hat er Angst und Schrecken verbreitet, heute gibt es Strampler von Motörhead und AC/DC bei H&M. Ich bin froh, zu einer Zeit in diese Musik eingetaucht zu sein, als Rock und Metal noch als "gefährlich" galten. Einerseits, weil man Teil von etwas Großartigem war, das ständig "Dagegen!!" kreischte, andererseits, weil unser Wohlstand heute keine Revolution nötig hat.

Und irgendwie will ich mit fast 50 auch meine Ruhe haben, haha.......
Die Strampler hätten meine Jungs auch getragen🤣
Meine Frau mag die Jacke von der 2010 Transatlantic Whirlwind Tour.
Und wie geil ist wenn du auf dem Rückflug nach Cairns 8 Leute hast mit dem Tour Shirt von Dream Theater.
Neu erfinden nein, aber Weiterentwicklung. Ich kam über Yes, KC etc zu prog und Metal. Suchet so wetdet ihr finden
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BRAIN
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Re: Planet Streitfrage: Ist Rock tot?

Beitrag von BRAIN »

Wenn man den bisherigen Verlauf hier liest, wird eigentlich deutlich, dass die Frage „Ist Rock tot?“ nur dann eindeutig wirkt, wenn man sie auf einen Blickwinkel reduziert.
Betrachtet man sie aus mehreren Perspektiven, ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Aus der kommerziellen Perspektive ist Rock nach wie vor präsent.
Er ist kein Nischenphänomen, sondern ein Massenmedium, das Millionen Menschen weltweit hören, live erleben und leidenschaftlich pflegen.
Die Beispiele im Thread – hunderte Konzerte in wenigen Jahren, volle Clubs, internationale Touren kleinerer Bands – zeigen, dass Rock als kulturelle Praxis weiterhin funktioniert und Menschen verbindet .

Gleichzeitig stimmt aber auch, was viele hier angedeutet haben: Die gesellschaftliche Rolle, die Rock in den 60ern hatte, ist verschwunden.
Damals war Rock Ausdruck eines Freiheitsdrangs, einer Abnabelung vom Elternhaus, einer neuen Jugendkultur, die soziale und kulturelle Grenzen verschoben hat. Diese historische Funktion kann man nicht wiederholen – und sie ist auch nicht mehr nötig.
Unsere Gesellschaft ist heute anders strukturiert, und Rebellion findet an anderen Orten statt.

Dazu kommt der persönliche Blickwinkel, den Beatnik, Sirius und andere beschrieben haben: Rock ist für viele von uns ein emotionaler Anker, ein Lebensbegleiter, ein Erinnerungsraum.
Diese Bedeutung ist individuell – und sie bleibt lebendig, solange die Musik uns erreicht, berührt oder inspiriert.
Dass moderne Musik für manche weniger Relevanz hat, für andere aber weiterhin voller Entdeckungen steckt, zeigt nur, wie unterschiedlich Hörbiografien verlaufen.
Vielleicht liegt die Antwort also nicht in einem „tot“ oder „lebendig“, sondern darin, dass Rock verschiedene Funktionen erfüllt – kommerziell, kulturell, historisch, persönlich – und dass jede dieser Ebenen zu einer anderen Einschätzung führt.
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