Innerhalb weniger Jahre hat Zappa ein außergewöhnlich reiches Werk geschaffen, das in Zyklen funktioniert.
In diesem Artikel werden einige dieser Zyklen vorgestellt, in denen die kleine Geschichte des genialen Schnurrbartträgers mit der großen Geschichte der Popmusik vereint wurde.
Ob über- oder unterschätzt wird wohl, je nach Standpunkt, nicht zu klären sein aber auf jeden Fall gibt es keinen vergleichbaren Künstler.
In den gut 25 Jahren seiner aktiven Musikerlaufbahn stellte Zappa ca. 40 Studioalben fertig.
Dabei arbeitet er mit über 300 Elitemusikern, Chören, Sinfonieorchestern, Ensemblen zusammen, förderte überdies Nachwuchskünstler.
Sein musikalisches Spektrum umfasste Rock, Avantgarde, Klassik und Jazz was die Urteilsfähigkeit normaler Rockfans bei Weitem übersteigt.
Er war Komponist, Arrangeur, Produzent, Multiinstrumentalist, Regisseur und Songwriter.
Er hatte seit 1963 ein eigenes Homerecording Studio, managte sich selbst, verlegte seine Platten selbst, erdachte Bühnenshows und Comedyeinlagen und plante Tourneen selbst.
Durch diese Eigenständigkeit kam es nie zu künstlerischen Kompromissen.
Daneben betätigte er sich nicht nur als Gesselschaftskritiker sondern war auch politisch aktiv und unterhielt seine eigenen Plattenlabel, Zappa Records, Straight, Discreet, Barking Pumpkin Records und was weiß ich noch alles.
Ob einem die Musik (welche nicht für Hinz und Kunz gedacht ist) gefällt oder nicht, von einem solchen Lebenswerk kann man durchaus beeindruckt sein.
Ich denke, wäre er nicht zu früh gestorben, hätte er es noch zum US Präsident gebracht.
Bei Uncle Meat handelt es sich um das letzte Mothers of Invention-Werk.
Zwar gab es später noch posthum veröffentlichte MoI Scheiben, bei den Uncle Meat- Aufnahmen handelt es sich jedoch um die letzten Aufnahmen dieser Bandbesetzung.
Uncle Meat ist wohl ihr artifiziellstes und reifstes Werk. Sicherlich ein Höhepunkt!
Für eine der 8 MoI Platten kann ich mich nicht entscheiden, am meisten läuft jedoch Freak Out und Absolutely Free.
Wen der zappaeske Klamauk stört hat hier von vorneherein verloren aber die Mischung aus R&B, Rock und Doo Wop ist einfach grandios.


Sein eigentliches Solodebut ist das hochexperimentelle Lumpy Gravy aus dem Jahre 1968.
Wenn ich mich auf ein Zappa Werk festlegen müsste wäre es Hot Rats das stärker als zuvor Jazzelemente enthält.
Waka/Jawaka und The Grand Wazoo schließen stilistisch, mit größerer Bandbesetzung, an Hot Rats an.
Diese Zappaperiode mag ich am liebsten.




Wesentlich Song- und rockorientierter sind Over-Nite Sensation, Apostrophe (’), One Size Fits All und Sheik Yerbouti welche, wie man so sagt, in keiner Sammlung fehlen sollten.




Das Spätwerk ist von immer größeren stilistischen Brüchen geprägt.
Oft höre ich hier noch die Jazz from Hell die fast komplett am Computer erzeugt wurde.
Ein letzter Höhepunkt stellt wohl The Yellow Shark aufgenommen, zusammen mit dem Ensemble Modern, da.


Bis heute werden immer wieder mal interessante Aufnahmen aus den Archiven veröffentlicht, was der Übersichtlichkeit seiner Discographie nicht gerade zugute kommt.
Auch gibt es Dutzende von Liveaufnahmen.