Er stammt aus dem Album Pieces of the Sky.
Ich kannte bereits Roses in the Snow und Cimarron, fand sie aber etwas zu countrylastig.
Deshalb wählte ich nur einzelne Lieder aus, die mich wirklich fesselten.
Ich habe nichts gegen Country-Einflüsse, aber reinen Country höre ich weniger gern.
Als ich Wrecking Ball entdeckte, ging es mir zuerst gar nicht um Emmylou Harris.
Ich war fasziniert vom Sound, den Daniel Lanois zuvor für U2, Peter Gabriel oder Bob Dylan produziert hatte.
Dieser Klang hat mir neue musikalische Welten eröffnet.
Durch das Album entdeckte ich auch Künstler wie Lucinda Williams, Gillian Welch oder Steve Earle.
Mein Einstieg in Americana- und Roots-Musik begann 1992 mit den Jayhawks.
Dieses Album hat meine musikalische Entwicklung entscheidend geprägt.
Die Stimme von Emmylou Harris passt wunderbar zur düsteren Stimmung von Wrecking Ball.
Sie stört nicht, sie wirkt nie aufgesetzt oder nervig.
Die Produktion ist sehr atmosphärisch, aber ohne typischen Country-Sound.
Stattdessen hört man hier eher einen "Chanter", einen Sci-Fi-Synthesizer oder eine indische Handtrommel.
In dieser geheimnisvollen Klangwelt behauptet sich Harris mit ihrer klaren Stimme und starker Liedauswahl.
Der Opener "Where Will I Be" stellt gleich eine große Lebensfrage.
Der natürliche Gesang und die leichte Begleitung klingen frisch wie ein Frühlingstag.
Bei "Goodbye" von Steve Earle wird Harris’ Stimme teilweise von der Musik übertönt.
Doch das macht nichts, denn das Lied strahlt dieselbe Magie aus wie The Joshua Tree von U2.
Larry Mullen Jr. spielt hier Schlagzeug. Ein starker Song.
"All My Tears" ist dramatisch und düster, schwer zu fassen, aber genau das macht ihn besonders.
Beim Titelsong "Wrecking Ball" singt Neil Young mit.
Seine Stimme erkennt man sofort. Die beiden harmonieren perfekt.
"Goin' Back to Harlan" stammt von Anna McGarrigle.
Ihr Stil ist unverkennbar, und Emmylou setzt ihn stimmlich sehr gut um.
Der Song ist geheimnisvoll und bleibt spannend.
"Deeper Well" wurde von Harris mitgeschrieben.
Es ist kein typischer Country-Song, sondern klingt bedrohlich und tief.
Harris zeigt hier eine neue Facette ihrer Stimme.
Besonders auffällig ist Daniel Lanois' elektrisches Gitarrenspiel.
Mit "Every Grain of Sand" wird es wieder traditioneller.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Song.
"Sweet Old World" ist eine klassische Ballade mit Neil Youngs zarter Stimme und einem wunderbaren Mundharmonika-Outro.
Bei "May This Be Love", einem Hendrix-Cover, erwartet man viel.
Doch das Ergebnis überrascht: ein dichter Gitarrensound, ambientartig, mit Stimmen von Harris und Lanois.
Dunkel, kraftvoll, fast beschwörend.
"Orphan Girl" von Gillian Welch klingt versöhnlich und wunderschön.
Das Tamburin und die fast hypnotische Begleitung unterstützen Harris’ berührenden Gesang.
Auch "Blackhawk" erinnert an U2 der späten 80er und lebt von starker Gitarrenarbeit.
Den Abschluss bildet "Waltz Across Texas Tonight", geschrieben von Harris selbst.
Der Song atmet Folk und bildet ein harmonisches Ende für ein beeindruckendes Album.
Wrecking Ball hat eine durchgängige Atmosphäre, unterscheidet sich aber deutlich von früheren Alben von Harris.
Manche Fans waren irritiert.
Doch für mich ist es ein mutiger Schritt, der sich gelohnt hat.
Mein Lieblingssong ist "Wrecking Ball", besonders die Zeile: "but I won't telephone 'cause you might say 'hello'".
Auch "Sweet Old World" war lange Zeit mein Favorit.
Emmylou Harris hat mit diesem Album einen Höhepunkt in ihrem Werk geschaffen.
Manche nennen es überproduziert.
Ich finde: Der starke Sound macht den Reiz aus, ohne die Texte oder ihre Stimme zu überdecken.

1. "Where Will I Be" (with Daniel Lanois) -Daniel Lanois- 4:15
2. "Goodbye" -Steve Earle- 4:53
3. "All My Tears" -Julie Miller- 3:42
4. "Wrecking Ball" -Neil Young- 4:49
5. "Goin' Back to Harlan" -Anna McGarrigle- 4:51
6. "Deeper Well" -David Olney, Lanois- 4:19
7. "Every Grain of Sand" -Bob Dylan- 3:56
8. "Sweet Old World" -Lucinda Williams- 5:06
9. "May This Be Love" (with Daniel Lanois) -Jimi Hendrix- 4:45
10. "Orphan Girl" -Gillian Welch- 3:15
11. "Blackhawk" -Daniel Lanois- 4:28
12. "Waltz Across Texas Tonight" -Rodney Crowell, Emmylou Harris- 4:46
Emmylou Harris –
vocals, acoustic guitar on 3 5 7 10 11 12, harmony vocals on 10
Daniel Lanois –
mandolin on 1 2 3 5 8 10 11 12, electric guitar on 1 2 3 4 6 8 9 11 12, acoustic guitar on 2 7 11, bass on 1 3, dulcimer on 10, duet vocals on 1 9, chant vocals on 3, percussion on 4, bass pedals on 8
Malcolm Burn –
piano on 2 4 8 11 12, tambourine on 4 10 11, vibes on 4, organ on 5 7, synthesizer on 5, keyboards on 6, slide guitar on 8 12, bass on 11, drums on 11, harmony vocals on 11
Larry Mullen Jr. –
drums on 2 3 4 6 7 8 9 12, cymbal on 4, hand drum on 10
Tony Hall –
percussion, bass on 2 4 6 7 12, stick drum on 10
Daryl Johnson –
high harmony vocals on 1, tom tom on 1, drum kit bass pedals on 5, backing vocals on 5, harmonic bass on 6, harmony vocals on 10
Brian Blade – drums on 1, Indian hand drum on 5
Steve Earle – acoustic guitar on 2 7 8
Sam O'Sullivan – roto wheel on 4
Neil Young – harmony vocals on 4 8, harmonica on 8
Kufaru Mouton – extra percussion on 5
Lucinda Williams – acoustic guitar on 8
Richard Bennett – tremolo guitar on 8
Anna McGarrigle – harmony vocals on 12
Kate McGarrigle – harmony vocals on 12