Die hier versammelten Debütalben sind aus meiner Sicht alles Beispiele dafür, wie eine grosse Karriere gestartet werden konnte, die Qualitäten der Künstler und ihrer Musik waren mehr als offensichtlich. Es gab sogar Beispiele dafür, dass das erste Werk auch das Beste blieb und nicht mehr getoppt werden konnte, wie etwa das legendäre Debüt von It’s A Beautiful Day oder auch von Blue Cheer, deren "Vincebus Eruptum" bis heute als eines der grossartigsten harten Psychedelic (Garage ?) Rock Alben der 60er Jahre gilt.
Interessant war auch Captain Beefheart, der zwar eine stattliche Reihe famoser und teils recht schräger Sachen gemacht hat, mit seinem Debütalbum 1967 jedoch eines der perfektesten Hippiealben jenes Jahres hinlegte, das zwar noch tief in den traditionellen Musikströmungen der 60er Jahre verankert war, doch schon alleine durch Herrn Van Vliet's Persönlichkeit eine vielversprechende neue Art des künstlerischen Ausdrucks innerhalb der amerikanischen Musik andeutete. Ein bisschen ähnlich sehe ich auch Graham Parker, der zum Zeitpunkt des langsamen Abebbens des britischen Pub Rocks noch einmal diesen Musikstil in Erinnerung rief, der Punk Szene trotze und mit "Howlin‘ Wind" seinen Grundstein für eine lange Karriere legte, die bis heute anhält.
Von Chicago habe ich das Viererpack der Carnegie Auftritte nominiert. Für damalige Verhältnisse war eine Live Box mit vier Alben fast noch ein gewagtes Unternehmen, und ich kenne auch wahrlich nicht viele Bands, die auf einem dermassen hohen Niveau über vier Platten hinweg überzeugen können. Für mich war diese Carnegie Box eigentlich schon sowas wie der frühe Höhepunkt dieser Gruppe.
Auch die Bluesrock Band Mountain um den Gitarristen Leslie West und seinem kongenialen Partner Felix Pappalardi (mit Schweizer Wurzeln) waren speziell: Sie traten am Woodstock Festival auf, ohne jedoch zuvor eine Platte veröffentlicht zu haben. Sie waren auch nicht auf dem Woodstock Album zu hören, oder in dem Film zu sehen. Schon kurz nach diesem Festival spielten sie aber ihr Debütalbum ein und landeten schon mit der ersten Single „Mississippi Queen“ einen ganz grossen Hit.
Weitere Debütalben, die ich persönlich für sehr gut halte, kommen von Cactus, Mott The Hoople, Ian Hunter, den Strawbs und Grand Funk. Deren vier akustischen Startschüsse waren so nachhaltig, dass sie weltweites Renomée nach sich zogen und in der Rockwelt bis heute relevant sind, auch wenn es sie - ausser den Strawbs - längst nicht mehr gibt.
Ihr dürft wieder nur 6 Alben von den 12 Gelisteten mit minimal 1 und maximal 3 Punkten bewerten. Eine Runde weiter kommen die 6 Alben mit den meisten Punkten.
Viel Vergnügen bei der Auswahl.
