Mit dem zweiten Album "Happy Trails" lieferte die Band ein Meisterwerk ab. Auf der Platte bekam man ein Gemisch aus Studio- und Live-Aufnahmen zu hören, die bis heute zum Besten zählen, was der psychedelisch-hippieske Bluesrock in den 60er Jahren zu bieten hatte. Dabei pendelte diese Blues-Vollbedienung gekonnt zwischen den Stilen, vereinigte Folk, Rock und gar Jazz zu einer einmaligen Mixtur, die sich jedoch stets im Blues wiederfand. Ein Album, das wohl schon in jede Musiksammlung gehört. "Happy Trails" erhielt die ehrenhafte Reputation, eine sogenannte 'Signature'-Platte für den typischen Frisco-Sound zu sein und schaffte es wohl auch, den jüngeren Zuhörern die alten Bluesmusiker schmackhaft zu machen. "Happy Trails" war aus meiner Sicht ganz klar ein Statement, das zum grossen Blues-Revival 1968 führte, nicht nur in den USA, sondern auch in England.
Im Januar 1969 lud Dino Valenti den Gitarristen Gary Duncan ein, mit ihm nach New York zu gehen, um ein neues Bandprojekt ins Leben zu rufen. Für Duncan stieg der britische Sessionmusiker und Pianist Nicky Hopkins bei Quicksilver ein und der sollte den Nachfolger "Shady Grove" entscheidend mitprägen. Nachdem ihr gemeinsames neues Projekt in New York keine Früchte trug, kehrten Dino Valenti und Gary Duncan jedoch wieder zu Quicksilver zurück und arbeiteten fortan als Sextett, zusammen mit Nicky Hopkins. Auf dem nachfolgenden Album "Just For Love" fand sich dann auch der grösste Single-Hit der Band: "Fresh Air". Allerdings stellte sich heraus, dass Dino Valenti's dreckiger Gesangsstil nicht mehr unbedingt zur Musik der Gruppe passte, worauf diverse Streitigkeiten innerhalb der Band begannen, die sich um eine Neuausrichtung der Musik drehten. Dass die Musiker nicht mehr das Heu auf einer Ebene hatten, hörte man dem folgenden Album "What About Me" leider an. Es wirkte irgendwie unausgegoren, orientierungslos und bekam mit Mark Naftalin einen Ersatz-Keyboarder, da Nicky Hopkins das Handtuch schmiss. Die Platte gilt als grosser Flop in der Geschiche von Quicksilver, obwohl sie dennoch gar nicht so übel war.
Der Misserfolg von "What About Me" führte jedoch dazu, dass John Cipollina die Band verliess. Auch der zwischenzeitlich bei Quicksilver mitwirkende David Freiberg stieg nach einem weiteren Album ("Quicksilver") aus, um sich Jefferson Airplane anzuschliessen. Das Trio Dino Valenti, Gary Duncan und Gregory Elmore machte weiter und holte sich die beiden zusätzlichen Musiker Mark Ryan (Bass) und Chuck Steaks (Keyboards) in die Band. Das nachfolgende "Comin' Thru" hätte man durchaus auch als Dino Valenti Soloprojekt bezeichnen können, denn er war der Hauptverantwortliche für den Inhalt dieses weiteren, eher wenig erfolgreichen Albums. Besonders negativ fiel auf, dass sich Dino Valenti auf dem Albumcover seinen eigenen Namen fetter abdrucken liess als die Namen seiner Mitstreiter, also quasi so, als wären Quicksilver nunmehr eine Dino Valenti plus Begleitband Angelegenheit. Das blieb nicht ohne Folgen: Das Album klang sehr altbacken, war hoffnungslos aus der Zeit gefallen und die Fans wendeten sich von der Band ab. Das war der Tief- und gleichzeitig der Schlusspunkt dieser legendären Band, die sich danach, 1972 auflöste. Späteren Wiederbelebungsversuchen von Gary Duncan waren kein Erfolg beschieden. Einzig das 1975 erschienene "Solid Silver" klang noch ein bisschen nach dem typischen 70er Jahre Westcoast Sound, hatte aber natürlich nichts mehr vom Spirit der psychedelischen Frühjahre mit John Cipollina gemein.
Von Quicksilver stehen folgende Alben im Regal.
Lieblingsalben: Quicksilver Messenger Service (1968), Happy Trails (1969) und Shady Grove (1969)
Lieblingssongs: The Fool (1968), Who Do You Love Suite (1969), The Hat (1970)







