Emma Peel hat geschrieben: ↑Do 14. Mär 2024, 22:26
Vombatus ursinus hat geschrieben: ↑Do 14. Mär 2024, 14:54
Die 80er waren -kann ich ja duchaus nach all den vielen Jahren sagen-
diese großen "Bagger" für einige Jahre quasi mein Zuhause. Kalter Krieg, Reagan-Ära, Pershing und so weiter....daher kommt mir die heutige "Großwetterlage" wie ein monstermäßiges Déjà-vu vor.
Während eines Großteils dieser Zeit war Musik irgendwie zwar keine wirkliche Nebensache, aber sie diente oft schlicht einem Zweck.
Es wurde überwiegend während der sog. "NATO-Rallye" im Auto entweder Hard-Rock oder Bumsbass-Synth-Music gehört.....meist natürlich laut mit dicken Pioneer-Boxen in der Hutablage und in den Türen.
Manchmal, wenn man 3 oder 4 Wochen nicht nach Hause konnte, wurde es am Wochenende in der Unterkunft ziemlich laut. Von den meisten (vernünftigen) Vorgesetzten wurde großzügig darüber hinweggesehen.
Das wird sicherlich für dich keine leichte Zeit gewesen sein.
Teilweise ja, teilweise nein. Es mag crazy klingen, aber damals war ich tatsächlich für eine gewisse Zeit "mit Leib und Seele" Soldat. Die teils widrigen Begleitumstände wurden einfach in Kauf genommen....wir waren junge Kerle Anfang 20 und wenn ich heute im sehr gesetzten Alter erinnere, wie wir von der damaligen
Kampftruppenschule Munster Freitags am Nachmittag ins Auto eilten, 680 km bis nach Hause düsten, gegen Mitternach ankamen und am Sonntag das gleiche Spielchen zurück.....da frage ich mich heute wirklich, wie ich und meine "Kameraden" das zu der Zeit so locker durchgestanden hatten.

Nun ja, laute Musik,ne halbe Packung Marlboro und 3 Tassen Kaffee während der Fahrt machten es in der Regel möglich.
Unter der Woche war die Situation eine andere, ich weiß, daß ich damals für eine gewisse Zeit sowas ähnliches wie ein kleiner "Rambo" war.
Mein "OAJ" (Offizier-Anwärter-Jahrgang) war absolut überwiegend quasi motiviert bis in die Haarspitzen, hätte die damalige NVA nebst den Russentruppen dort auch nur ein wenig zu laut gefurzt, wir hätten sofort die Motoren angeschmissen und losgelegt.
Wir waren junge Kerle, wir waren dumme Kerle.
Auch zu der Zeit wurde man als Zeit- oder Berufssoldat bei der Bundeswehr halt ganz ordentlich indoktriniert. Uns wurde immer wieder klargemacht, wie materialmäßig überlegen der WP war und daß wir das nur durch bessere Ausbildung und besseres Können wettmachen konnten.
Grundsätzlich war das verrückterweise sogar eine schlichte Tatsache. Hinzu kam noch, daß die sog. Bedrohungslage gänzlich anders war, die Truppen des WP standen direkt hinter der innerdeutschen Grenze, waren also ganz ganz nahe.
Wie auch immer, ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, wenn die "hohe Politik" es schafft, zumindest Teile der Bevölkerung in gewisse Richtungen zu dirigieren....ich hatte es ja selbst bei mir für einige Jahre zugelassen, obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen.