Gestern flatterte die neue Classic Rock ins Haus. Wiederum ein sehr lesenswertes und informatives Heft, welches für mich ganz persönlich eine klitzekleine Aergerlichkeit bereit hält. Es gibt nämlich einen sehr ausführlichen Bericht über die Entstehung und Weiterentwicklung des sogenannten 'Heavy Blues'. Und im Titel wird sogar ein Bild von Kim Simmonds gezeigt, jedoch wird dieser im Bericht mit kiener einzigen Note erwähnt. Das finde ich etwas enttäuschend. Nicht mal, dass in diesem Fall ziemlich sinnfrei sein Konterfei abgebildet ist, sondern eher, weil er doch auch zu den Mitbegründern dieses neuen, härteren Blues Stils aus England gehörte.
Die Titelstory diesmal über und mit Mark Knopfler, der inzwischen ganz wie ein typisch british elder statesman wirkt. Natürlich sinniert er über die Probleme der heutigen Zeit, aber er setzt sich auch kritisch mit seinem neuen Soloalbum auseinander, das die Tage erscheinen wird. In der neuen Ausgabe werden auch endlch mal die Dandy Warhols gewürdigt, die Band mag ich schon seit jeher sehr gerne, ebenso die Black Crows, die auch eine Geschichte bekommen haben. Dann der schön zu lesende Nachruf auf Wayne Kramer, das hatte ich eigentlich schon fast erwartet von der Classic Rock. Er war so ein interessanter Zeitzeuge der 60er Jahre, und hat auch ein sehr intensives und nicht immer schönes Leben gehabt, inklusive mehrjähriger Haftstrafe. Doch liess er sich nie unterkriegen und setzte nach seiner Zeit im Gefängnis zu einem kreativen Solo-Höhenflug an, der uns so manch tolles Rockalbum beschied.
Eine weitere Geschichte widmet sich der anstehenden Veröffentlichung einer Deluxe Ausgabe des Purple Albums "Machine Head", das von Dweezil Zappa restauriert wurde. Über die Entstehung des Albums hat man sicherlich schon öfter mal was gelesen, interessant ist es immer wieder, zumal Ian Paice hier Rede und Antwort stand.
Über die Entstehungsgeschichte des Hevy Blues möchte ich lieber nicht allzuviel erzählen, die Story ist mir eindeutig zu Jimi-nahe. Als hätte es keine weiteren, wichtigen Epigonen dieser Spielart in der Anfangszeit des Bluesrocks gegeben. Eine etwas uninspirierte Chronologie der Ereignisse zeichnet lediglich nach, wer wann wo was aufgenommen hat oder aufgetreten ist: etwas dürftig für einen echten "Stil-Beschrieb", finde ich.
Dann gibt es noch eine längere Story zum Album "The Works" von Queen, ein kleineres Interview mit Steve Hackett zu dessem neuen Album "The Circus And The Nightwhale", sowie einen Bericht zum neuen Priest-Album "Invincible Shield". Zu Platte es Monats wird das neue Black Keys Album "Ohio Players" gekürt, zur besten Neuauflage - logisch - die Deluxe Ausgabe der "Machine Head".
Gutes Heft wiederum, diesmal mit ein kleines bisschen Abstrich bei der Story über den Heavy Blues, aber ansonsten absolut okay.
