Blues und Bluesrock im Forum

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badger
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von badger »

Lavender hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 10:01 William Clarke - Serious Intenions (1992)

William Clarke.jpg


Da bleibe ich doch gerne noch einmal bei einem weiteren Blues Harp -Spieler. William Clarke wurde nur 45 Jahre alt. Er starb an den Folgen eines blutenden Magengeschwürs. Zu seinen Vorbildern zählten Big Walter Horton, James Cotton, Junior Wells und Sonny Boy Williamson II.
Gute Güte, jetzt holst du aber wirklich das größte Kaliber raus, zumindest in Bezug auf weiße Harmonikaspieler. Ausdrucksstark und genau so roh, wie
man unbedingt sein muß, wenn man seine Botschaft unters Volk bringen will. Und zudem ist er nie von seinem Weg abgewichen; kein glattproduzieren,
nur um vielleicht die große Kasse zu machen.
Hat leider ein paarmal nur im Norden gespielt (ich hab den Radio-Bremen-Mitschnitt) um sich dann über die Niederlande und Belgien wieder aus dem
Staub zu machen... dabei hätte ich ihn gerne live gesehen.

Jede Menge erstklasige Scheiben hinterließ er.
(Und mit James Harman ist der einzige, der ihm noch einigermaßen Paroli bieten konnte, mittlerweile auch unter der Erde. Her mit dem Taschentuch...)
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badger
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von badger »

Albert King - Live Wire Power Blues (Stax 1968)

Albert Nelson aus Indianola, Mississippi, dachte sich schon in den 50ern: mach mal einen auf B.B. King, adaptiere Namen und Stil,
vielleicht wirds ja was. Und tatsächlich, es ist sogar eine ganze Menge geworden und B.B. King hats nicht übel genommen, sondern
seinereits mit dem Album 'Indianola Mississippi Seeds' seine Zustimmung gegeben.

Auch der größte Veranstalter von Rock-Shows aller Zeiten, Bill Graham, gab seine Zustimmung und lud Albert (Nelson) King ins Fillmore East
ein, wo dann den völlig erstaunten Hippies klargemacht wurde, wie denn der originäre (Chicago-)Blues gespielt wird.
Wie man hört: auch sie gaben ihre begeisterte Zustimmung.

Neben der o.a. Show spielte Albert eine ganze Reihe von weiteren Nächten im Fillmore, was man auf noch weiteren CDs nachhören mag.

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Louder Than Hell
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von Louder Than Hell »

Wenn man in Sachen Blues von den “Three Kings“ spricht, dann ist jedem halbwegs Bewanderten klar, dass es dabei um die Herren B.B., Freddie und Albert geht. Natürlich wurde das eine oder andere Songelement von dem anderen mal in Teilen für seine eigenen Zwecke kopiert oder so modifiziert, dass es einen eigenen Anlitzt erhielt. Durch seine lange Karriere ist ihm somit immer ein Platz im Gitarren-Olymp erhalten haben, denn dafür war sein Spiel sehr eigenständig.

Das Live Album “Live Wire / Blues Power“ ist sicherlich ein weiterer Beleg für das Gitarrenspiel von Albert King und verfestigte nochmals seinen Status in der Blueszene. Genauso seine Gabe als Entertainer war legendär. Wenn dann am Schluss dieser Scheibe "Look Out" durch den Saal rollt, dann ist das beste Staxx-Soul-Groove-Schule. Insofern ein leuchtendes Beispiel dafür, wie die Musiker gemeinschaftlich nicht nur die Spannung hochhalten und das Konzert zum würdigen Abschluss bringen.
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Lavender
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von Lavender »

Joe Bonamassa - Live At The Greek Theatre
Joe Bonamassa - Live at the Greek Theatre (2016).jpg
Joe Bonamassa - Live at the Greek Theatre (2016).jpg (86.61 KiB) 98 mal betrachtet
Ein wunderbares Album gibt es von Joe Bonamassa der sich bei diesem Liveerlebnis den Three Kings annahm. Das Konzert fand im "Greek Theatre" 2015 statt und erschien 2016.

"Dieses Album ist eine Hommage an die "drei Könige": Freddie King (Lieder 1 bis 6 von CD 1 und 8 von CD 2), Albert King (Lieder 7 bis 11 von CD 1 und 1 und 9 von CD 2) und insbesondere BB King (Lieder 1 bis 7 und 10 und 11 von CD 2), der für den jungen Bonamassa ein Mentor war."
Wikipedia





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badger
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von badger »

Freddie King - Is A Blues Master (Cotillion 1969)

Natürlich hat Siegie recht, wenn er auf die 'Three Kings' verweist; Freddie muß ja auch unbedingt genannt werden. In den 60ern hat er viele
UK-Gitarristen inspiriert; Stan Webb und Eric Clapton nannten ihn gerne als Vorbild; Dutzende Bands spielten nahmen seine Stücke auf; Hideaway
kennen nicht nur die Bluesfans.

Aber wie so oft; seine wohl besten Sachen gabs in den 50ern nur als 7s und ab Mitte der 70er, als der echte Blues sich längst erledigt hatte,
kredenzte er einige Sachen, die man bestenfalls noch so Durchwinken kann.

Hier jedoch spielt er noch im aufregenden Stil.

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Lavender
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von Lavender »

Buddy Guy - The Blues Don't Lie
20260205_221520.jpg
20260205_221520.jpg (45.43 KiB) 54 mal betrachtet
Ein feines Album. Buddy hat hier Unterstützung von Mavis Staples, Jason Isbell, Wendy Moten, Elvis Costello und Bobby Rush.





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Louder Than Hell
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von Louder Than Hell »

badger hat geschrieben: Do 5. Feb 2026, 18:37 Freddie King - Is A Blues Master (Cotillion 1969)

Natürlich hat Siegie recht, wenn er auf die 'Three Kings' verweist; Freddie muß ja auch unbedingt genannt werden. In den 60ern hat er viele
UK-Gitarristen inspiriert; Stan Webb und Eric Clapton nannten ihn gerne als Vorbild; Dutzende Bands spielten nahmen seine Stücke auf; Hideaway
kennen nicht nur die Bluesfans.

Aber wie so oft; seine wohl besten Sachen gabs in den 50ern nur als 7s und ab Mitte der 70er, als der echte Blues sich längst erledigt hatte,
kredenzte er einige Sachen, die man bestenfalls noch so Durchwinken kann.

Hier jedoch spielt er noch im aufregenden Stil.

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Da habe ich eine ganz andere Einschätzung, denn ich habe Freddie King mit Band 1975 live im Hamburger Onkel Pö gesehen. Das Pö war damals eine Institution in Sachen Livemusik, wo Weltkarrieren losgetreten worden sind. King selbst war zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits ein großer Star im Bereich des Blues. So klein der Laden auch war, er war rerappelt voll und zudem ist King mit großer Band aufgetreten: 2 Keyboarder, 2 Gitarristen und und. Ich habe diesen Abend genossen, denn er hörte gar nicht mit dem Spielen auf. Die 21 Songs sind später auf den Sender NDR2 öffentlich ausgestrahlt worden und man kann die Aufnahmen auch zwischenzeitlich kaufen. Und das Ganze erfolgte in meinem zweiten Ausbildungsjahr .....
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badger
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Re: Blues und Bluesrock im Forum

Beitrag von badger »

Louder Than Hell hat geschrieben: Do 5. Feb 2026, 23:55
badger hat geschrieben: Do 5. Feb 2026, 18:37 Freddie King - Is A Blues Master (Cotillion 1969)

Natürlich hat Siegie recht, wenn er auf die 'Three Kings' verweist; Freddie muß ja auch unbedingt genannt werden. In den 60ern hat er viele
UK-Gitarristen inspiriert; Stan Webb und Eric Clapton nannten ihn gerne als Vorbild; Dutzende Bands spielten nahmen seine Stücke auf; Hideaway
kennen nicht nur die Bluesfans.

Aber wie so oft; seine wohl besten Sachen gabs in den 50ern nur als 7s und ab Mitte der 70er, als der echte Blues sich längst erledigt hatte,
kredenzte er einige Sachen, die man bestenfalls noch so Durchwinken kann.

Hier jedoch spielt er noch im aufregenden Stil.
Da habe ich eine ganz andere Einschätzung, denn ich habe Freddie King mit Band 1975 live im Hamburger Onkel Pö gesehen. Das Pö war damals eine Institution in Sachen Livemusik, wo Weltkarrieren losgetreten worden sind. King selbst war zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits ein großer Star im Bereich des Blues. So klein der Laden auch war, er war rerappelt voll und zudem ist King mit großer Band aufgetreten: 2 Keyboarder, 2 Gitarristen und und. Ich habe diesen Abend genossen, denn er hörte gar nicht mit dem Spielen auf. Die 21 Songs sind später auf den Sender NDR2 öffentlich ausgestrahlt worden und man kann die Aufnahmen auch zwischenzeitlich kaufen. Und das Ganze erfolgte in meinem zweiten Ausbildungsjahr .....
Siegie, ich bin absolut überzeugt von Deinen Worten betreffend der Show im Onkel Pö. Auf der Bühne war Freddie mit Sicherheit bestens präsent,
und das nur ein Jahr vor seinem viel zu frühen Tod. Glaub mir, ich wäre gerne dabei gewesen.

Aber vinylmäßig ist die Überzeugung doch etwas reduziert, weil mir z.B. auf die drei von Leon Russel produzierten Frühsiebziger-Alben nicht gefallen
wollten; 'overproduced' nannte die Virgin Encyclopedia Of Blues sie und im AM Blues Guide nennt 'schwaches Material' das zudem aus fast nur Covern
bestand als abwertende Gründe. Rein für den weißen Mittelstandsmarkt produziert.
So sah ichs auch und hab (mit Verlaub) die drei Shelter-Alben aus dem Hause expediert.
Liegt natürlich NICHT an Freddie, sondern an Leon Russel.
Aber die 1974 noch herausgekommene 'Burglar' war dann noch einmal recht passabel.

Eine kleine Diskussion kann ein Forum positiv beleben, oder...?
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