02 - P.S. Come back 2:05
03 - A hole in my life 2:29
04 - Let me try 3:31
05 - I think is alright 2:55
06 - Colors 2:30
07 - Once upon a time there was a world 8:10
08 - A new man 2:35
09 - I´m crazy 3:30
10 - I´m here, he´s gone, she´ crying 2:28
Frank Tirada (Puerto Rico) - Bass, Vocals
Orly Vazquez (Puerto Rico) - Bass, Vocals, Guitar
Julio Arturo Fernandez (Dominican Republic) - Organ
Rafael Cruz (Dominican Republic) - Drums
Pedrin Garcia (Spain) - Guitar
Production : Edgar Zamudio
Wie alles begann
Die Musikszene der späten 60er-Jahre war bunt, wild und experimentell.
In diese Zeit passte der Name Kaleidoscope perfekt.
Kein Wunder also, dass gleich mehrere Bands in verschiedenen Ländern diesen Namen trugen – ohne voneinander zu wissen.
Besonders ungewöhnlich war die Band Kaleidoscope aus Mexiko – wobei: Eigentlich stammte keiner der Musiker aus Mexiko.
Die Wurzeln der Band liegen in der Karibik.
In einem Club in San Juan (Puerto Rico) trafen sich zwei Bands: The Sun Stones (aus Puerto Rico) und Los X6 (aus der Dominikanischen Republik).
Einige Mitglieder beschlossen, sich zusammenzuschließen.
So entstand 1967 die neue Band Kaleidoscope, die fortan in Santo Domingo auftrat – auch im Radio und Fernsehen.
Ein Band-Wettbewerb brachte ihnen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch einen Plattenvertrag beim dominikanischen Label Fabiola.
Dort durften sie ohne Einschränkungen eigene Songs aufnehmen.
Zwischen Auflösung und Neuanfang
Die erste Auflösung kam schnell: Frank, Rafa und Orly zogen nach Saint Thomas und spielten dort als Trio.
Doch 1969, zwei Jahre nach den Studioaufnahmen, wurde die Band erneut aktiv – weil endlich eine Veröffentlichung der Songs geplant war.
Edgar Zamudio, ein Musiker mit Kontakten zum mexikanischen Label Orfeon, kümmerte sich um die Produktion.
Für das extravagante Cover sorgte der deutsche Musiker und Künstler Bodo Molitor.
Da die Musik für das Jahr 1969 sehr ungewöhnlich klang, presste man zunächst nur 200 Promo-Exemplare – ein Testlauf.
Ein Album voller Tiefe
Die Songs klingen melodisch, aber haben oft eine dunkle Note.
Im Mittelpunkt steht das vibrierende Orgelspiel von Julio Arturo Fernandez – mal treibend, mal atmosphärisch.
Dazu kommen fuzzige, säuregetränkte Gitarren und ein kraftvoller Bass.
Das Schlagzeug wirbelt wild, aber präzise.
Der Gesang wirkt beinahe betäubt – so emotional und verzweifelt ist er.
Alle Songs stammen von der Band selbst, bis auf I’m Here, He’s Gone, She’s Crying.
Dieser wurde von Adlib Casta geschrieben, Mitglied der seltenen Band Ladies WC aus Puerto Rico.
Musikalische Vergleiche mit anderen Bands? Für mich schwer zu ziehen – Kaleidoscope klingt einzigartig.
Eine Band im Wandel
Die Platte blieb ein Geheimtipp.
Mehr als die 200 Promo-Exemplare wurden nie gepresst.
Doch die Band entwickelte sich weiter: Frank Tirada und Rafael Cruz blieben an Bord.
Neu dazu kamen Franks Bruder Pol (von Los Challengers) und der Gitarrist Hector Gutierrez, der auch bei Los Romanticos und Los Masters spielte.
Nach Proben in Miami zog die Band nach Mexiko.
Dort wurde sie als kalifornische Psychedelic-Rockband im angesagten Salvation Club angekündigt.
Dieser Club war ein Hotspot für Größen wie La Revolución de Emiliano Zapata, Javier Batiz oder Los Shakers.
Doch politische Umbrüche zwangen die Band zur Ausreise in die USA.
Nach einigen Auftritten löste sie sich endgültig auf.
Fazit
Kaleidoscope ist für mich ein echtes Juwel der lateinamerikanischen Psychedelic-Rockszene.
Wer sich für diese Musikrichtung interessiert, sollte das Album unbedingt gehört haben.
Für mich ist Kaleidoscope ein Must-Have-Teil der lateinamerikanischen Psych-Szene!
