Ich war zunächst einmal nicht sehr angetan vom ersten Song, den die Gruppe bei Youtube vorgestellt hatte ("Cut From The Stars"), einem Song, bei dem mir nicht ganz klar ist, in welche Richtung Yes da gehen wollen. Der Song klingt wie eine Art Hybrid aus gelangweiltem Solo-Jon Anderson und orientierungslosen Asia. Was mir dabei am meisten auffällt, ist die sehr dünne, klinisch glattgebügelte Produktion, die alles andere als 'lebendig' klingt: Steril wäre wohl der passende Begriff. Ausserdem fällt mir bei dem Song auf, dass er ziemlich ohne auf irgendeinen Punkt zu kommen, so unzwingend dahinplätschert: Du erwartest diese eine Hookline, diesen Refrain, dieses markante Soloteil: nichts davon passiert. Stattdessen verkopft sich die Band selbst, indem sie versucht, irgendwelche Stimmungswechsel zu erzeugen, denen jedoch jegliche Dynamik fehlt - eine Aneinanderreihung von vermeintlich virtuosen Passagen, die allesamt ins Nichts laufen. Und schliesslich klingt der Song auch völlig handzahm, nichts von dem fordernden Biss, den die Band jahrzehntelang auszeichnete. Also wieder ein schwer enttäuschendes Werk ? Sieht ganz danach aus.
Die ROCKS resümiert (bei einer Vergabe von 6 bei 10 möglichen Punkten) über die Songs des Albums wie folgt:
- passabel das elegische "All Connected"
- Resteverwertung bei "Circles Of Time"
- das wirre "Unkown Place"
- das belanglose "One Second Is Enough"
- geradliniger Pop-Song "Living Out Their Dream"
Nicht gerade das, was man hinter einem meines Erachtens nach doch recht schönen Plattencovers erwarten würde.
So richtig gut kommt nur der Titelsong des Albums weg. Der 14 Minuten lange Song bietet Tempowechsel, dicht verzahnte Gitarren- und Keyboard-Klänge und bringt ein bisschen die Magie und das Drama früherer Yes Musik zurück. Dies sei aber auch wirklich der einzige Höhepunkt dieses Albums.
Ich werde mir die Platte dennoch mal ganz durchhören, wenn sie erscheint. Kaufen hingegen dann - wie schon die letzten Alben - wohl eher nicht.
