MOD - A Very British Phenomenon

Ein Jugendkult und seine Musik

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badger
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MOD - A Very British Phenomenon

Beitrag von badger »

MOD - A Very British Phenomenon (Terry Rawlings, Omnibus Press, 2000)

Der Jugendkult der Mods interessiert mich schon seit den Tagen der Small Faces und da ich bei weitem
nicht der einzige mit diesem Interesse bin, gibt und gab es jede Menge Videos, Magazine und Bücher
über Alles, was mit Mod zu tun hat. Was es da zu wissen gibt, geht natürlich weit über 'Quadrophenia'
hinaus und endet auch nicht, als sich viele der Ur-Mods und -Bands in den späten 60er umorientierten.

Bild

Um 1977 starteten die Jam und die Chords die nächste Mod-Bewegung und tatsächlich ging es mit der Szene
und ihrer Musik immer weiter; die Spitfires waren die aktuell letzten, die mit tatsächlich neuen, aber punktgenau
passenden Umsetzungen ein neues Hoch erreichten (in 2026 wird die Band mit neuer Besetzung touren...)

Terry Rawlings Buch liegt hier immer in Griffweite, besonders wenn die passenden Tonträger aufgelegt
werden, denn es erhöht das musikalische Vergnügen um ein Beträchtliches.

Auf ca. 200 reichbebilderten Seiten gibts völlig umfassende Informationen zu Bands und Fans; von der
Kleidung und den Scootern, den angesagten Clubs mit ihren All-Nitern, natürlich auch über die berüchtigten
Kloppereien, die man sich in den frühen 60ern in Brighton mit den Rockers lieferte; und natürlich wird
detailliert ausgeleuchtet, welche Einstellungen und Wertigkeiten sich in den Köpfen abspielten.
Es ging eben um weit mehr, als nur ein paar Töne Musik, denn MOD war ATTITÜDE IM KUBIK.

Terry verrät nicht, ob er selbst einmal mit einer Vespa unterwegs war, aber das Thema ist ihm in- und
auswendig präsent; er bemüht keine Klischees, Stereotypen oder Zusammenphantasiertes.
Bei den Bands werden auch Neo-Mods bis in die 1990er erfaßt, wobei allerdings nur die in der Szene
bekannteren Namen erscheinen. Nicht schlimm, denn es gibt noch genügend andere Publikationen,
die sich in diesem Bezug bis in untersten Ebenen durchgraben.

Obwohl schon 25 Jahre alt, ist dieses Werk bei Amazon noch für ca. 18 - 25 € erhältlich. Das überrascht sehr,
weil viele ältere Bücher mittlerweile schon für mehrere Hundert € gehandelt werden..., wenn überhaupt noch erhältlich...
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Louder Than Hell
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Re: MOD - A Very British Phenomenon

Beitrag von Louder Than Hell »

Das Buch hat für mich einen entscheidenden Haken, denn es ist ausschließlich in englische Sprache geschrieben. Ansonsten wäre es auf jeden Fall etwas für mich gewesen, wenn ich da so an die Bands der Kinks, Who, Small Faces, Creation oder auch Action denke. Paul Weller mit seinen Jam wäre auf jeden Fall für die zweite Phase dieser Bewegung zu benennen gewesen.

Es ist also nicht der Kaufpreis, der mich abhält. Unser Kröter könnte da schon eher zuschlagen, weil er sich ja mehrfach im Jahr in England aufhält.
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BRAIN
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Re: MOD - A Very British Phenomenon

Beitrag von BRAIN »

Sehr spannender und informativer Beitrag, danke dafür.
Ich selbst bin im Thema Mod eher interessierter Leser als Kenner und nehme den Text vor allem als fundierte Einordnung wahr, die deutlich über die üblichen Fixpunkte wie Quadrophenia hinausgeht.
Besonders hilfreich fand ich die klare zeitliche Einbettung und den Überblick über die musikalischen und szenischen Entwicklungen bis in spätere Jahrzehnte hinein. Das Buch wirkt dadurch weniger nostalgisch als vielmehr dokumentarisch und ernsthaft recherchiert.
Macht auf jeden Fall Lust, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und tiefer einzusteigen.
MAKE PROG NOT WAR ! ---> ---> My 2025 Album Faves
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badger
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Re: MOD - A Very British Phenomenon

Beitrag von badger »

Louder Than Hell hat geschrieben: Mo 29. Dez 2025, 23:32 Das Buch hat für mich einen entscheidenden Haken, denn es ist ausschließlich in englische Sprache geschrieben. Ansonsten wäre es auf jeden Fall etwas für mich gewesen, wenn ich da so an die Bands der Kinks, Who, Small Faces, Creation oder auch Action denke. Paul Weller mit seinen Jam wäre auf jeden Fall für die zweite Phase dieser Bewegung zu benennen gewesen.

Es ist also nicht der Kaufpreis, der mich abhält. Unser Kröter könnte da schon eher zuschlagen, weil er sich ja mehrfach im Jahr in England aufhält.
wenn das Problem in der Sprache liegt, dann wird es tatsächlich schwer, nicht nur die Mod-Kultur, sondern auch viele andere Texte nachvollziehbar
rüberzubringen. denn jede Sprache drückt ganz automatisch und instinktiv die damit verbundener Mentalität einer Bevölkerung aus; ihre Werte und
Selbstverständnis. Deswegen finden sich dann auch oft ganz andere Betrachtungsweisen, Informationen und vor allem Formulierungen, während viele
Dinge überhaupt nicht angesprochen werden müssen, weil sie jedem Leser von vorneherein klar sind.
Mods hats ja in den 60ern in Deutschland nicht wirklich in 'echt' gegeben, was sich genau damit damit verknüpfte, war nie so richtig verstanden.

Und das ist eben der Grund, warum man aus englischen Büchern -wie hier zu den Mods- ein ganz anderes Bild erhält und dazu eine Themenvertrautheit,
die einfach Lesespaß ausmacht.
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badger
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Re: MOD - A Very British Phenomenon

Beitrag von badger »

BRAIN hat geschrieben: Di 30. Dez 2025, 00:22 Sehr spannender und informativer Beitrag, danke dafür.
Ich selbst bin im Thema Mod eher interessierter Leser als Kenner und nehme den Text vor allem als fundierte Einordnung wahr, die deutlich über die üblichen Fixpunkte wie Quadrophenia hinausgeht.
Besonders hilfreich fand ich die klare zeitliche Einbettung und den Überblick über die musikalischen und szenischen Entwicklungen bis in spätere Jahrzehnte hinein. Das Buch wirkt dadurch weniger nostalgisch als vielmehr dokumentarisch und ernsthaft recherchiert.
Macht auf jeden Fall Lust, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und tiefer einzusteigen.
es gibt wirklich eine Riesenmenge an Publikationen zum Thema, denn Mod war seit den frühen 60ern (eigentlich sogar schon beginnend in den späten
40ern!) ein Phenomen der Jugendkultur, das sogar bis heute immer wieder neue Bands und Fans hervorbringt.

Leider sind viele dieser Publikationen schnell vergriffen und dann nur noch teuer zu erstehen.
Bei Interesse kann ich noch empfehlen:
Mods: The New Religion (Paul Anderson, April 2014, Omnisbus Press)
oder
Time for Action, The Mod Revival 1978 - 1981 (Garry Bushell, Countdown 2012) (kostet aber leider auch schon fast € 40, und das nur gebraucht).

selbst bei Amazon kann man vermutlich noch vieles zum Thema finden.

Selber war ich nie ein Mod, wollte eigentlich ein Rocker werden, mit einer BSA, Norton oder Triumph unter dem Hintern statt einer Vespa und
mit einer Jeans statt einer Anzughose.... aber die Small Faces waren mir musikalisch hundert Mal lieber, als Elvis, der Mitte der 60er nur noch
mit Weichspülern im Radio zu hören war; nix mehr mit 'Heartbreak Hotel' oder ähnlich...
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