Vinyl lebt!
Verfasst: Do 6. Mär 2025, 11:07
In einer Welt des Streamens wirkt die Schallplatte wie ein Relikt aus einer alten Zeit. Gerade das scheinen die Menschen zu schätzen, und das macht Hoffnung. Wenig wärmt das Herz so sehr wie ein aufrichtiger Charakter, der im Kampf gegen vermeintlich übermächtige Gegner Erfolge erzielt. In einer stetig komplexeren Welt, die selbst die einstmals simple Musikwiedergabe erreicht hat, lebt ein totgesagtes Medium nicht nur weiter, sondern es blüht geradezu auf. Um 9,4 Prozent sind die Verkäufe von Vinyl-Langspielplatten im Jahr 2024 gestiegen. Und damit ist die Erfindung des aus Hannover stammenden Emil Berliner das positive Signal in einem Markt, der schrumpft. 1887 zum Patent angemeldet, schickt sich das Medium gut 140 Jahre später an, die Fahne der analogen Musikwiedergabe hochzuhalten.
Physische Tonträger als Gruppe – dazu zählen CDs – sanken um 7,4 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 379 Millionen Euro, wie der Verband der Musikindustrie nun mitteilte. Das Rennen ist noch nicht entschieden, doch nach Jahren in der Versenkung stellen Schallplatten inzwischen wieder 40,5 Prozent der Umsätze bei den physischen Tonträgern. Und die Liebhaber des Mediums, von Jugendlichen, die sie wiederentdecken, bis zu nerdigen Sammlern, die schwergewichtigen Sondereditionen – gerne auch in Farbe – nachjagen, werden von allen Seiten der Branche umgarnt. Kein Popmusiker von Rang, der seinen Fans nicht wieder eine Vinylversion anbietet, klassische Orchester suchen besondere Einspielungen für ihr Vinylprogramm aus. Aus gutem Grund.
Der Konsument, der den Weg zum Plattenspieler geht, skippt keine Songs, überlässt keinem Algorithmus die Auswahl des nächsten Songs, sondern akzeptiert demütig die Kuratierung des Künstlers, die sorgsam ermittelte Abfolge von Liedern. Die Zuhörerin, der Fan geniesst – zumindest bis zum Umdrehen der Platte – das Gesamtkunstwerk. Dass die erforderliche Technik zum Abspielen ausstirbt, ist nicht abzusehen. So hat der schottische Hersteller Linn, längst etabliert im Geschäft mit Streaming-Gerätschaften, vor wenigen Wochen das neueste Upgrade seines inzwischen fast ikonischen Plattenspielers LP12 vorgestellt. Und der sympathisierende Kunde reibt sich gerne die Augen, dass eine neue Zarge, die Bedrok – offenbar aus mehreren verpressten Schichten Holz – die Klangwiedergabe verbessern soll. Für einen Einzelpreis von 8750 Euro. Zusammen mit den restlichen Teilen, von Motor über Plattenteller bis Tonarm, kostet es weitere 10'130 Euro - plus Mehrwertsteuer. Doch der tapfere Streiter für die analoge Wiedergabe ist kein elitärer Luxuskämpfer. Am gegenüberliegenden Ende des Marktes sind es 400 Euro, die Einsteiger für ein so schönes wie schlichtes Abspielgerät ausgeben müssen.
Und dieser Plattenspielermarkt zeigt, dass mit Toleranz und Verständnis für die Vorzüge des Besten beider Welten Einigkeit und Gemeinsamkeit keine Utopie sein müssen – und ein friedliches Miteinander bereichert. Die Plattenspieler des Herstellers Project zum Beispiel übertragen notfalls statt per Kabel per Bluetooth, und kaum eine 180-Gramm-Pressung der ehrwürdigen Deutschen Grammophon, die neben dem starren Vinyl nicht auch einen Code enthält. Für den Download der digitalen Daten.
Physische Tonträger als Gruppe – dazu zählen CDs – sanken um 7,4 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 379 Millionen Euro, wie der Verband der Musikindustrie nun mitteilte. Das Rennen ist noch nicht entschieden, doch nach Jahren in der Versenkung stellen Schallplatten inzwischen wieder 40,5 Prozent der Umsätze bei den physischen Tonträgern. Und die Liebhaber des Mediums, von Jugendlichen, die sie wiederentdecken, bis zu nerdigen Sammlern, die schwergewichtigen Sondereditionen – gerne auch in Farbe – nachjagen, werden von allen Seiten der Branche umgarnt. Kein Popmusiker von Rang, der seinen Fans nicht wieder eine Vinylversion anbietet, klassische Orchester suchen besondere Einspielungen für ihr Vinylprogramm aus. Aus gutem Grund.
Der Konsument, der den Weg zum Plattenspieler geht, skippt keine Songs, überlässt keinem Algorithmus die Auswahl des nächsten Songs, sondern akzeptiert demütig die Kuratierung des Künstlers, die sorgsam ermittelte Abfolge von Liedern. Die Zuhörerin, der Fan geniesst – zumindest bis zum Umdrehen der Platte – das Gesamtkunstwerk. Dass die erforderliche Technik zum Abspielen ausstirbt, ist nicht abzusehen. So hat der schottische Hersteller Linn, längst etabliert im Geschäft mit Streaming-Gerätschaften, vor wenigen Wochen das neueste Upgrade seines inzwischen fast ikonischen Plattenspielers LP12 vorgestellt. Und der sympathisierende Kunde reibt sich gerne die Augen, dass eine neue Zarge, die Bedrok – offenbar aus mehreren verpressten Schichten Holz – die Klangwiedergabe verbessern soll. Für einen Einzelpreis von 8750 Euro. Zusammen mit den restlichen Teilen, von Motor über Plattenteller bis Tonarm, kostet es weitere 10'130 Euro - plus Mehrwertsteuer. Doch der tapfere Streiter für die analoge Wiedergabe ist kein elitärer Luxuskämpfer. Am gegenüberliegenden Ende des Marktes sind es 400 Euro, die Einsteiger für ein so schönes wie schlichtes Abspielgerät ausgeben müssen.
Und dieser Plattenspielermarkt zeigt, dass mit Toleranz und Verständnis für die Vorzüge des Besten beider Welten Einigkeit und Gemeinsamkeit keine Utopie sein müssen – und ein friedliches Miteinander bereichert. Die Plattenspieler des Herstellers Project zum Beispiel übertragen notfalls statt per Kabel per Bluetooth, und kaum eine 180-Gramm-Pressung der ehrwürdigen Deutschen Grammophon, die neben dem starren Vinyl nicht auch einen Code enthält. Für den Download der digitalen Daten.