3. Gütersloher Blues Festival
Verfasst: So 16. Mär 2025, 13:00
3. Gütersloher Blues Festival
Gestern war es soweit. Gemeinsam mit einem Freund betrat ich die schöne Stadthalle von Gütersloh. Ein "Einweiser" empfing uns und begleitete uns zu einem der vielen runden Tische und wies mir mit meinem Rollstuhl einen nahen Platz an der Bühne zu. Die Halle war gut gefüllt.
Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat
Das Konzert begann mit Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat. Von dieser Formation hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Mrs. Linda ist eine Blues-Harp-Spielerin und seit Jahren eine feste Größe der Bluesszene. Linda Krieg singt und spielt zudem noch eine Ukulele. Oliver Hell, Lindas Ehemann, spielt Gitarre. Beide eint die Liebe zu frühem Blues und Rockabilly sowie zu Elementen aus Jazz und Swing. Fritz’e Cat bediente den Kontrabass. Eigentlich ist Rockabilly nicht so meine Baustelle, aber was die drei da zauberten war hochkarätige und sehr unterhaltsame Musik. So spielten sie eine Coverversion von Tom Waits (Telephone Call From Istanbul). Der Song war kaum wiederzuerkennen und erhielt durch den Sound der Band eine völlig neue und lockere Richtung. Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat hatten im Nu die Halle im Griff. Eine sehr sympathische Kombo, die ihr Handwerk versteht. Zum Ende hin spielte Linda mit ihrer Harp komplett alleine und sang dazu. Das war absolut packend. Ich hätte gut noch mehr hören können, aber es wartete ja schon die Hamburg Blues Band.
The Hamburg Blues Band
Die Band um Gründungsmitglied Gert Lange gibt es bereits seit 1982 und wurde im Onkel Pö zur Welt gebracht. Und nun waren sie hier in Gütersloh. Hervorheben möchte ich unbedingt den Gitarristen Krissy Maththews, dessen Vater sogar in Gütersloh als britischer Militär arbeitete. Wenn ich Krissy richtig verstanden habe, soll er sogar in Gütersloh Musik gemacht haben. Er war mit seiner Gitarre überragend und spielte ein Solo nach dem anderen. Mir stockte vor Begeisterung und vor seinem virtuosen Spiel der Atem. Leider habe ich den Namen des Bassisten nicht verstanden und ihn auch nicht auf der Homepage der Band ausfindig machen können. Allerdings erklärte er, er habe bereits mit Ike & Turner Turner zusammengearbeitet. Auch er habe familiäre Bindungen in der Nähe von Gütersloh. Die Band gab sofort mächtig Gas und ließ die Wände wackeln. Nach einigen Songs kam dann die kroatische Bluesrocksängerin Vanja Sky hinzu. Auch sie spielt Gitarre. Als besonderen Leckerbissen brachte sie "Shadow Play" dar. Und hier gab Krissy Matthews alles. Der Song dauerte infolge seines überragenden Gitarrensoli mehr als 10 Minuten. Das war absolut packend. Nachdem Vanjas Part endete, war der Moment für Inga Rumpf gekommen. Sie startete mit "Friends". Sofort hatte sie uns, das Publikum, gefangen. Was für eine Stimme, die nichts an ihrer Ausdruckskraft verloren hat. Die 78 Lebensjahre, die ihrem Pass zu entnehmen sind, glaubt ihr doch keiner. Von ihr geht immer noch dieselbe Power aus, wie zu ihrer besten Frumpy-Zeit. Natürlich durfte auch "How The Gipsy Was Born" nicht fehlen. Immer noch ein Highlight ihrer Karriere und die Hamburg Blues Band hatte auch sichtlich Spaß sie hierbei zu begleiten. Zum Finale dieses Parts kamen wieder Vanja Sky und Ritchie Arndt auf die Bühne, um gemeinsam mit der Band und Inga Rumpf eine Jamsession hinzulegen Sie spielten und sangen in einer sehr schönen Fassung "The Weight" von The Band. Gänsehautfeeling pur!
Erja Lyytinen
Der Abend wurde von Erja Lyytinen und Band beendet. Sie trat in der klassischen Bluesformation (Gitarre, Bass und Schlagzeug) auf und machte unglaublich Dampf. Ihr Auftreten in dem hautengen Anzug war sehr professionell. Ich hatte sie bereits vor Jahren live erlebt. Damals war ich schon begeistert. Aber seitdem hat sich noch stimmlich und musikalisch weiter entwickelt. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dennoch verließen einige Besucher die Halle. Ich vermute, dass nach mehr als vier Stunden Musik bei einigen die Aufnahmemöglichkeit nachließ und die Müdigkeit zunahm. Das war schade, denn Erja bot ein Konzert auf ganz hohem Niveau.
Zum Schluss des Festivals kaufte ich mir noch eine LP von Krissy Matthews als Andenken. Als ich die Halle verließ saß Krissy auf einem Stuhl und trank sich noch ein Bierchen. Flugs holte ich die Platte hervor und bat um ein Autogramm. Ein paar nette Worte wurden noch gewechselt und überglücklich fuhr ich mit meinem Rolli zum Ausgang. Was für ein schöner Abend. Was für ein schönes Erlebnis.
Gestern war es soweit. Gemeinsam mit einem Freund betrat ich die schöne Stadthalle von Gütersloh. Ein "Einweiser" empfing uns und begleitete uns zu einem der vielen runden Tische und wies mir mit meinem Rollstuhl einen nahen Platz an der Bühne zu. Die Halle war gut gefüllt.
Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat
Das Konzert begann mit Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat. Von dieser Formation hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Mrs. Linda ist eine Blues-Harp-Spielerin und seit Jahren eine feste Größe der Bluesszene. Linda Krieg singt und spielt zudem noch eine Ukulele. Oliver Hell, Lindas Ehemann, spielt Gitarre. Beide eint die Liebe zu frühem Blues und Rockabilly sowie zu Elementen aus Jazz und Swing. Fritz’e Cat bediente den Kontrabass. Eigentlich ist Rockabilly nicht so meine Baustelle, aber was die drei da zauberten war hochkarätige und sehr unterhaltsame Musik. So spielten sie eine Coverversion von Tom Waits (Telephone Call From Istanbul). Der Song war kaum wiederzuerkennen und erhielt durch den Sound der Band eine völlig neue und lockere Richtung. Mrs. Linda Mr. Hell with Fritz'e Cat hatten im Nu die Halle im Griff. Eine sehr sympathische Kombo, die ihr Handwerk versteht. Zum Ende hin spielte Linda mit ihrer Harp komplett alleine und sang dazu. Das war absolut packend. Ich hätte gut noch mehr hören können, aber es wartete ja schon die Hamburg Blues Band.
The Hamburg Blues Band
Die Band um Gründungsmitglied Gert Lange gibt es bereits seit 1982 und wurde im Onkel Pö zur Welt gebracht. Und nun waren sie hier in Gütersloh. Hervorheben möchte ich unbedingt den Gitarristen Krissy Maththews, dessen Vater sogar in Gütersloh als britischer Militär arbeitete. Wenn ich Krissy richtig verstanden habe, soll er sogar in Gütersloh Musik gemacht haben. Er war mit seiner Gitarre überragend und spielte ein Solo nach dem anderen. Mir stockte vor Begeisterung und vor seinem virtuosen Spiel der Atem. Leider habe ich den Namen des Bassisten nicht verstanden und ihn auch nicht auf der Homepage der Band ausfindig machen können. Allerdings erklärte er, er habe bereits mit Ike & Turner Turner zusammengearbeitet. Auch er habe familiäre Bindungen in der Nähe von Gütersloh. Die Band gab sofort mächtig Gas und ließ die Wände wackeln. Nach einigen Songs kam dann die kroatische Bluesrocksängerin Vanja Sky hinzu. Auch sie spielt Gitarre. Als besonderen Leckerbissen brachte sie "Shadow Play" dar. Und hier gab Krissy Matthews alles. Der Song dauerte infolge seines überragenden Gitarrensoli mehr als 10 Minuten. Das war absolut packend. Nachdem Vanjas Part endete, war der Moment für Inga Rumpf gekommen. Sie startete mit "Friends". Sofort hatte sie uns, das Publikum, gefangen. Was für eine Stimme, die nichts an ihrer Ausdruckskraft verloren hat. Die 78 Lebensjahre, die ihrem Pass zu entnehmen sind, glaubt ihr doch keiner. Von ihr geht immer noch dieselbe Power aus, wie zu ihrer besten Frumpy-Zeit. Natürlich durfte auch "How The Gipsy Was Born" nicht fehlen. Immer noch ein Highlight ihrer Karriere und die Hamburg Blues Band hatte auch sichtlich Spaß sie hierbei zu begleiten. Zum Finale dieses Parts kamen wieder Vanja Sky und Ritchie Arndt auf die Bühne, um gemeinsam mit der Band und Inga Rumpf eine Jamsession hinzulegen Sie spielten und sangen in einer sehr schönen Fassung "The Weight" von The Band. Gänsehautfeeling pur!
Erja Lyytinen
Der Abend wurde von Erja Lyytinen und Band beendet. Sie trat in der klassischen Bluesformation (Gitarre, Bass und Schlagzeug) auf und machte unglaublich Dampf. Ihr Auftreten in dem hautengen Anzug war sehr professionell. Ich hatte sie bereits vor Jahren live erlebt. Damals war ich schon begeistert. Aber seitdem hat sich noch stimmlich und musikalisch weiter entwickelt. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dennoch verließen einige Besucher die Halle. Ich vermute, dass nach mehr als vier Stunden Musik bei einigen die Aufnahmemöglichkeit nachließ und die Müdigkeit zunahm. Das war schade, denn Erja bot ein Konzert auf ganz hohem Niveau.
Zum Schluss des Festivals kaufte ich mir noch eine LP von Krissy Matthews als Andenken. Als ich die Halle verließ saß Krissy auf einem Stuhl und trank sich noch ein Bierchen. Flugs holte ich die Platte hervor und bat um ein Autogramm. Ein paar nette Worte wurden noch gewechselt und überglücklich fuhr ich mit meinem Rolli zum Ausgang. Was für ein schöner Abend. Was für ein schönes Erlebnis.