Trotz mehrerer Besetzungswechsel haben Steeleye Span ein gelungenes Debüt bei ihrem Start hingelegt. Das sehr akustisch gehaltene Folkalbum ist teils traditionell ausgerichtet, dockt aber auch beim neuzeitlichen Folk an. Gerade die Stimme von Maddy Prior weiß neben den gelungenen instrumentalen Parts mit ihrer Stimme Glanzpunkte zu setzen.
Re: Januar 2026
Verfasst: Do 22. Jan 2026, 23:02
von Maranx
Flying Circus – "The Eternal Moment" (2025)
Ich hatte diese deutsche Band aus Grevenbroich schonmal hier mit einigen Alben vorgestellt. CDs und eine LP. Hier nun das zweite Vinyl-Album. Und was für ein tolles Progrock-Projekt. Die verbinden in einer frischen Art so gelungen Prog-Rock und Hard-Rock der 70er.
Re: Januar 2026
Verfasst: Do 22. Jan 2026, 23:18
von Louder Than Hell
Beefeaters "Meet You There" -1969-
Bluesig ausgerichtete Band aus Dänemark mit zum Teil psychedelischen bzw. jazzigen Einwürfen. Letztlich war auch hier der britische Bluesboom der Gradmesser ihrer Musik. Und mit Peter Thorup hatten sie noch einen recht bekannten Gitarristen in ihren Reihen.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 04:07
von Tranceformer
Various – Sting In Jazz
Im Rahmen der renommierten Reihe „Jazz Tribute“ veröffentlichte das Label Wagram Music im vergangenen Sommer die Compilation „Sting in Jazz“. Die LP präsentiert in hervorragendem Klang zehn Coverversionen, die Hits von Sting und The Police in ein neues, jazziges Licht rücken.
Dabei steht natürlich nicht Sting selbst am Mikrofon; stattdessen interpretieren hochkarätige Jazz-Größen seine Kompositionen neu. Wagram greift hierfür geschmackvoll auf Aufnahmen renommierter Labels wie ACT oder Blue Note zurück. Das Ergebnis ist weit entfernt von klassischem „Fahrstuhl-Jazz“. Es handelt sich um eine sehr feinsinnige, teils melancholische und handwerklich brillante Hommage. Da Stings Songwriting bereits tief in der Jazz-Harmonik verwurzelt ist – er startete seine Karriere bekanntlich als Jazz-Bassist –, fühlen sich diese Interpretationen organisch und erstaunlich natürlich an. Die Bandbreite reicht dabei von intimem, kammermusikalischem Piano-Jazz bis hin zu groovigen Ensembles.
Die Auswahl der zehn Songs überzeugt fast durchweg. Lediglich bei der Interpretation von „Every Breath You Take“ durch die Band Pink Turtle muss man kleine Abstriche machen; die Version wirkt etwas glatt und driftet stark in den Lounge-Stil ab. Pink Turtle ist ohnehin eine Formation, die sich darauf spezialisiert hat, moderne Pophits konsequent in den Swing der 30er Jahre zu übersetzen, und ist damit (fast) auf jeder Ausgabe der „... In Jazz“-Reihe vertreten.
Echte Kaufanreize schaffen hingegen Ausnahmekünstler wie Youn Sun Nah (Message In A Bottle), Nils Landgren und Michael Wollny (If You Love Somebody Set Them Free) sowie allen voran Lisa Bassenge mit ihrer Version von „De Do Do Do, De Da Da Da“. Genau diese Stücke sind es, die volle Aufmerksamkeit verdienen und Hörer:innen fesseln. Ebenfalls hervorzuheben ist die starke Darbietung von Julian & Roman Wasserfuhr mit ihrer Interpretation von „Englishman In New York“.
Fazit: Die beteiligten Interpret:innen sorgen dafür, dass hier Cover-Jazz auf einem sehr hohen Niveau geboten wird. Es ist eine wunderbare Platte für entspannte Abende, die aber aufgrund ihrer Detailverliebtheit auch beim intensiven Hören über Kopfhörer voll und ganz überzeugt.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 09:45
von Emma Peel
J.C. Flyer "Movin' On" -2003-
Eine nahezu unbekannte Rootsband aus den Staaten über die man selbst im Internet so gut wir gar nichts vorfindet. Beatnik hatte über die Band eine Rezi geschrieben, die zwar in der Szene beste Kritiken mit ihrem Americana geprägten Stil bekamen und auch mit namhaften Bands unterwegs waren, aber ansonsten nahezu unbekannt blieben. Insofern war es mal wieder an der Zeit, diese Platte erneut ans Tageslicht zu bringen.
Hawklord hat geschrieben: ↑Fr 23. Jan 2026, 10:02Jason Isbell - Southeastern (2013)
Ein aufstrebender junger Mann aus dem Bereich Rootsrock, der auch weiterhin aktiv ist und im letzten Jahr mit dem Album "Foxes In The Snow" eine hörenswerte Platte herausgebracht hat.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 12:36
von Louder Than Hell
Os Mutantes "Same" -1968-
Zunächst als Trio gestartet, war diese brasilianische Band noch sehr im Bereich des beatgefärbten Psych unterwegs, unterfütterten das Ganze auch teilweise mit landestypischen Sambaeinwürfen. Dadurch wurde ein Spiegelbild westlicher mit lateinamerikanischer Elemente verknüpft und erhielt eine individuelle Identität. Insgesamt reihen sich die einzelnen Musikstücke wie ein Theaterstück ineinander und ergeben eine geschlossene Einheit. Auf den folgenden Alben schlugen sie allerdings einen völlig anderen Weg ein, nahmen in diesem Zusammenhang sogar zappaeske Spielweisen in ihrem musikalischen Kontext auf. Darüber wird aber später zu berichten sein .....
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 14:48
von Emma Peel
Midwinter "The Waters Of Sweet Sorrow" -1973-
Folkprojekt aus England, das nur für kurze Zeit existierte. Letztlich ist es traditioneller Folk, getragen von der markanten Stimme von Jill Child.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 16:22
von Louder Than Hell
Tasavallan Presidentti "Lambertland" -1972-
Auch wenn das Albumcover nur bedingt ein Hingucker ist, so kann die Band mit ihrem canterburybehafteten Stil vollends überzeugen.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 16:27
von badger
Emma Peel hat geschrieben: ↑Do 22. Jan 2026, 22:48Steeleye Span "Hark! The Village Wait" -1970-
Trotz mehrerer Besetzungswechsel haben Steeleye Span ein gelungenes Debüt bei ihrem Start hingelegt. Das sehr akustisch gehaltene Folkalbum ist teils traditionell ausgerichtet, dockt aber auch beim neuzeitlichen Folk an. Gerade die Stimme von Maddy Prior weiß neben den gelungenen instrumentalen Parts mit ihrer Stimme Glanzpunkte zu setzen.
Wenn man auf Fairport Convention zurückgeht, ist festzustellen, daß praktisch alle aus ihr hervorgegangenen Abspaltungen (Sandy Denny, Ian Matthews,
Richard Thompson und eben auch die von Ian Hutchins gegründeten Steeleye Span) mit allerbester Musik weitergemacht haben. Ian hatte sich eigentlich
eine hauptsächlich mit Iren besetzte Band (z.B. Gay und Terry Woods) vorgestellt, weil das noch traditioneller geklungen hätte, aber was dann zustande
kam, war auf jeden Fall überzeugend und sollte es auch bleiben, nachdem Ian längst wieder weitergewandert war.)
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 16:38
von badger
Louder Than Hell hat geschrieben: ↑Fr 23. Jan 2026, 16:22Tasavallan Presidentti "Lambertland" -1972-
Auch wenn das Albumcover nur bedingt ein Hingucker ist, so kann die Band mit ihrem canterburybehafteten Stil vollends überzeugen.
für mich eine der besten Scheiben, die je auf diesem Planeten gemacht wurden, von einer Band in der nicht nur Jukka Tolonen, sondern auch
die anderen vier Musiker absolute Genies waren (nehmen wir nur mal Pekka Pöyri's Saxophon oder Vesa Altonen's Drums!).
Aber, wenn Du erlaubst, ist das nicht Canterbury, sondern reinstes KARELIEN, was man da und in der (genau so sensationellen) Folgescheibe
Milky Way Moses hört (obwohl die Jungs selber hauptsächlich aus Helsinki stammten).
Was gibt es schöneres, als nach einer Kajaktour völlig ermüdet am Seeufer zu sitzen, ein Karjala (karelisches Bier) in der Hand zu halten und
T.P. zu hören. Ich freue mich schon wieder drauf...
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 16:43
von badger
Louder Than Hell hat geschrieben: ↑Do 22. Jan 2026, 23:18Beefeaters "Meet You There" -1969-
Bluesig ausgerichtete Band aus Dänemark mit zum Teil psychedelischen bzw. jazzigen Einwürfen. Letztlich war auch hier der britische Bluesboom der Gradmesser ihrer Musik. Und mit Peter Thorup hatten sie noch einen recht bekannten Gitarristen in ihren Reihen.
Man hört keinen Unterschied zu den besten Bands des British Blues Booms, was aber vielleicht auch der aktiven Unterstützung durch Alexis Korner
(den sogenannten Father Of British Blues) zu verdanken ist, der sie so richtig auf Linie gebracht hat. Beide Original-LPs sind Klasse, aber es soll noch
damals nicht veröffentlichtes Archivmaterial geben, daß ich nicht kenne.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 17:00
von badger
Fuzztones - Lysergic Emanations (ABC 1975)
Mit Neo Garage wars wie üblich: die Scheiben der 1. bis 2. Welle lieferten eine Menge Hervorragendes, aber was dann in immer weiteren Wellen
nach immer dem gleichen Muster und seit über 40 Jahren auf uns zurollte, hängt mir unendlich am Hals heraus.
Die Fuzztones gehörten zu den Gründergruppen des Genres und ihr Debut (nach einer vorherigen Mini-LP) wird ewig eine des besten und
unverzichtbarsten Scheiben der Neo Garage bleiben, auf dem noch beste Neo-Psychedelia-Ideen beigemischt sind.
Sie machten noch weitere gute Alben, aber die o.a. konnten sie nicht mehr toppen.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 17:24
von Alexboy
Mother's Finest: Mother's Finest - 1976 - FunkMetal aus USofA ( Unvergessen der sensationelle Auftritt im Rockpalast 1978 )
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 17:35
von badger
The Go - Instant Reaction (Wizzard In 2005)
Power-Pop aus New York mit ihrem Gesamtwerk von 1980. 2 Gitarren, Drums, Bass und tonnenweise MELODIE; mehr brauchts nicht.
hier sind alle 4 Stücke der Debut-EP, die auch auf der CD Platz fanden:
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 17:40
von Alexboy
Alben für ein ganzes Leben:
Der Keyboarder von u.a. Deep Purple mit seinem dritten Solo-Werk, einigen Gästen ( u.a. Pete York Percussion ) und dem Philharmonia Hungarica Orchester mit dem Dirigent Eberhard Schoener
Jon Lord: Sarabande - 1976 - ArtRock aus Leicester, England
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 17:52
von Alexboy
Triumvirat: Old Loves Die Hard - 1976 - ArtRock aus Köln
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 18:55
von Tranceformer
Neil Diamond – Hot August Night / Hot August Night II
Morgen schreiben wir den 24. Januar 2026, und der US-amerikanische Singer-Songwriter Neil Leslie Diamond feiert seinen 84. Geburtstag. Für mich ist das der perfekte Anlass, seine legendären „Hot August Nights“ Revue passieren zu lassen. Ich habe lange überlegt, welche LPs ich zur Feier des Tages auf den Plattenteller lege – die Auswahl ist schließlich riesig.
Da ist natürlich die Compilation „His 12 Greatest Hits“ von 1974. Damals gingen meine musikalischen Vorlieben eigentlich in eine ganz andere Richtung, und dennoch: Dieses Album konnte und wollte ich einfach nicht ignorieren. Oder der Soundtrack zu „Jonathan Livingston Seagull“ (1973), den ich als kleines Dankeschön erhielt, nachdem ich zum ersten Mal beim SPD-Ortsverein meines Geburtsortes aufgelegt hatte.
Und dann sind da die beiden „Augustnächte“. Allein die Coverfotos zeigen das enorme Spektrum von Neil Diamonds Bühnenleben. Auf dem 72er-Album sehen wir den 31-jährigen Neil: verwegen, ganz in Jeans, mit wilder, ungebändigter Mähne. 15 Jahre später, auf „Hot August Night II“ (1987), hat sich das Bild gewandelt. Das Haar ist gestutzt, statt Jeans trägt er Pailletten. Alles wirkt eine Nummer seriöser und erwachsener. Geblieben ist jedoch dieser entschlossene Gesichtsausdruck – ein Spiegel der geballten Energie, die Neil Diamond in seine Auftritte legte.
Ich schreibe bewusst in der Vergangenheitsform, denn seit seiner Parkinson-Diagnose im Jahr 2018 tritt er nicht mehr auf. Seinen 84. Geburtstag wird er zurückgezogen verbringen. Was uns bleibt, ist seine Musik. Songs wie „Holly Holy“, „Cracklin’ Rosie“, „Sweet Caroline“, „Song Sung Blue“, „I Am... I Said“ oder „Soolaimon“ haben 1972 begeistert, 1987 fasziniert und ziehen uns auch heute noch in ihren Bann.
Natürlich sind auch seine späteren Werke wie „12 Songs“ (2005) oder „Home Before Dark“ (2008) kleine Kunstwerke. Doch die Lieder, die ewig bleiben und wohl noch Generationen begeistern werden, sind jene Klassiker, mit denen ich Neil Diamonds Ehrentag feiere.
Re: Januar 2026
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 22:24
von Lavender
Ayreon - Universe - Best Of Ayreon Live (2018)
20260123_220557.jpg (50.96 KiB) 129 mal betrachtet
Der Niederländer Arjen Lucassen brachte 2018 dieses wundervolle Livealbum von Ayreon Songs auf den Markt. Damals schlug ich sofort zu und legte mir die dreifach Vinylausgabe zu. Die Tracklist ist surperb. Lucassen lud hierzu eine enorme Schar von ausgezeichneten Musikern ein. Ich nenne nur mal Hansi Kürschner, Floor Jansen, Marcel Bovio, Mike Mills, Joost van den Broek, Anneke Giersbergen, und viele mehr. Das Album gefiel mir so gut, dass ich mir auch die Biuray zulegte.