
Jesper Munk – Best of ...Live
Jesper Munk, 1992 in München geboren und aufgewachsen, griff mit 15 Jahren erstmals zur Gitarre. Nach dem Abitur veröffentlichte er 2013 mit seiner Band Lila’s Riot sein Debüt – der Startpunkt einer beeindruckenden Reise. Mittlerweile stehen sechs Studioalben zu Buche, von denen sich bereits vier in meiner Sammlung befinden. Im vergangenen Oktober krönte Munk sein bisheriges Schaffen mit einer Live-Doppel-LP, die insgesamt 20 Songs umfasst.
Obwohl Munk noch keine 35 Jahre alt ist, blickt er bereits auf ein künstlerisch wie persönlich bewegtes Leben zurück; sein Weg ist von Höhen und Tiefen gezeichnet. Auf „Best of... Live“ präsentiert er nun einen wunderbaren Querschnitt seines Werks. Bemerkenswert ist dabei, dass er sich wieder mit seinen Frühwerken identifiziert, von denen er eine ganze Zeit lang nichts mehr wissen wollte.
Die Doppel-LP gliedert sich streng genommen in zwei Abschnitte, die eindrucksvoll die Wandlungsfähigkeit des Künstlers belegen:
Auf der ersten LP präsentiert Munk seine orchestrale Seite gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Hier werden Songs der Alben „Claim“ und „For In My Way It Lies“ neu interpretiert. Das Ergebnis klingt weniger nach verrauchtem Blues-Club als nach großem Kino. Um im Bild zu bleiben: Schon der Opener „Easier“ ist eine cineastische Offenbarung. Der Bombast des Orchesters wirkt spektakulär, ohne jedoch zu erdrücken; die Blues-Wurzeln bleiben durch die feinfühligen Arrangements stets spürbar.
Die zweite LP, die „Band-Seite“, besteht aus Konzertmitschnitten aus München und Hannover aus dem Jahr 2024. Hier dominiert der „dirty“ Sound, für den man Munk liebt: reduziert, soulful und getragen von dieser unverkennbaren, rauen Crooner-Stimme. Es fällt auf, wie sehr sein Gesang über die Jahre an Tiefe und Empathie gewonnen hat. Munk ist nicht mehr der „junge Wilde“ von einst; er zeigt sich heute als erfahrener Soul- und Blues-Interpret.
Fazit
Dieses Album lebt von den Gegensätzen, und mir gefallen beide Seiten gleichermaßen. Ob das spektakuläre Volumen des Filmorchesters oder die reduzierte, intime Club-Atmosphäre – beide Darbietungen wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Jesper Munk ist zu einem Künstler gereift, der sich erfolgreich vom einstigen „Wunderkind“ zum ernstzunehmenden Multi-Instrumentalisten emanzipiert hat.