
Muddy What – Neon Soul
15. März 2026: Vor drei Tagen erschien das neue Album „Neon Soul“ von Muddy What?. Für ein Album, auf das man sich so lange gefreut hat, können drei Tage wie eine kleine Ewigkeit wirken. Doch das Warten hat sich definitiv gelohnt!
Ein Rückblick
Alles begann 2019, als ich eine spannende Review zu „Dancing In The Halls“ las. Nur wenige Tage später war die Platte Teil meiner Sammlung. Noch heute, sieben Jahre später, ist es das Album, zu dem ich blind greife, wenn ich nicht genau weiß, wonach mir der Sinn steht.
Damals schrieb ich: „Ina Spang spielt Mandoline und Gitarre mit einer Hingabe, die unter die Haut geht.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ina ist ein wahres Energiebündel; ihre positive Ausstrahlung ist ansteckend und springt sofort auf Hörer:innen über. Doch sie allein ist nicht die Band: Ihr Bruder Fabian Spang liefert an der Rhythmusgitarre einen ebenso intensiven, einmaligen Gesang. Komplettiert wird das Quartett durch Michi Lang am Bass und Manfred Mildenberger am Schlagwerk.
Die Entwicklung: Reifer, intensiver, „abgehangener“
Seit „Dancing In The Halls“ sind sieben Jahre vergangen – eine Zeit, in der ich die Entwicklung der Band genau verfolgt habe. Von einem ohnehin hohen Niveau ausgehend, wirkt die Musik heute reifer, „abgehangener“ und dadurch deutlich intensiver.
Schon der Titelsong, der die erste LP-Seite eröffnet, ist ein echtes Brett. Das gesamte Album strotzt vor klanglicher Reife und Experimentierfreudigkeit. Besonders beeindruckend ist die Mischung aus starken Eigenkompositionen und klug interpretierten Coverversionen. War es auf „Dancing In The Halls“ noch das grandiose Neil Young-Cover „Down By The River“, so sind es nun zwei Dylan-Stücke – „The Lonesome Death Of Hattie Carroll“ und „Blind Willie McTell“ – sowie Jimi Hendrix’ „Voodoo Child“, die dem in nichts nachstehen.
Salopp gesagt: Muddy What? haben es einfach drauf. Die Mandoline bleibt das Alleinstellungsmerkmal der Band: Ina Spang verleiht den Songs damit eine fast folkige Note, ohne den Blues-Rock je aus den Augen zu verlieren. Sich an diese Klassiker heranzutrauen und sie so eigenständig zu formen, hat Klasse.
Ausstattung und Preis-Leistung
Nicht unerwähnt bleiben darf das haptische Erlebnis: Das wertige Gatefold-Cover ist liebevoll gestaltet, und das rosafarbene Vinyl steckt sicher in einem gefütterten Innencover. Hier stimmt jedes Detail.
Auch der Preis verdient ein Lob: In Zeiten, in denen Vinyl-Preise oft durch die Decke gehen, bieten Muddy What? ihr Werk über ihr Label Howlin’ Who Records zu einem mehr als fairen Preis an. Wer da nicht zugreift, ist selber schuld. Ich habe es getan und alles richtig gemacht!
Fazit:
„Neon Soul“ ist ein Album für alle, die Blues nicht als Museumsstück, sondern als lebendige, sich entwickelnde Sprache verstehen. Das Werk ist durchweg abwechslungsreich – von der epischen Blues-Ballade bis hin zum druckvollen Psychedelic Rock. Ein zeitloses Stück Musik, das auf ganzer Linie überzeugt!