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Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Fr 26. Jul 2024, 16:27
von Lavender
Das Floss der Medusa von Franzobel

- 91itzBAGhmL._SY466_.jpg (46.04 KiB) 13657 mal betrachtet
Zur Handung:
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
Habe mit dem Roman, nach einer wahren Begebenheit, begonnen zu lesen und bin bislang begeistert. Franzobel schreibt wunderbar und spricht den Leser während der Story immer mal wieder direkt an. So kann es gerne weitergehen.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Fr 26. Jul 2024, 19:12
von Faltenrock
Richard Powers erzählt in seinem Roman, von Menschen die sich nicht kannten und trotzdem miteinander verbunden sind, ihr gemeinsamer Nenner sind Bäume.
Klingt seltsam und ich habe es auch gerade erst angefangen. Bin aber der Meinung, dass es ein sehr schönes Buch ist.
Richard Powers - Die Wurzeln des Lebens

Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Fr 9. Aug 2024, 01:34
von King Bronkowitz
Natürlich ist das nicht einfach, aber die Hälfte habe ich schon geschafft. Ist vergleichbar mit "Bitches Brew" von Miles Davis: einfach eintauchen in diesen Strom und sich mitreißen lassen.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Fr 9. Aug 2024, 13:01
von Louder Than Hell
King Bronkowitz hat geschrieben: ↑Fr 9. Aug 2024, 01:34
Natürlich ist das nicht einfach, aber die Hälfte habe ich schon geschafft. Ist vergleichbar mit "Bitches Brew" von Miles Davis: einfach eintauchen in diesen Strom und sich mitreißen lassen.
Ich habe es gelesen und empfand es auch als ein sehr schwer zu lesender Stoff. Was es auch nicht erleichtert hat, waren die Satzgefüge, die teilweise seitenlang anhielten. Neben Robert Musil und auch Marcel Proust war es vom Lesestoff her eine der größten Herausfordungen.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Sa 10. Aug 2024, 10:44
von King Bronkowitz
An Musil bin ich komplett gescheitert. Der "Mann ohne Eigenschaften" war mir nach 120 Seiten zu öde, den "Törleß" fand ich auch unerträglich. Ich MUSS mit über 50 nicht mehr alles zwanghaft fertiglesen, was mich nicht packt, wird umgehend beendet.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Do 17. Okt 2024, 15:00
von Faltenrock
Muriel Barbery - Die Eleganz des Igels
Der Roman spielt in einem Haus, wo sich die Bewohner selbst als Elite bezeichnen würden, dem Anspruch werden sie aber in keiner Weise gerecht. Die wirklich kultivierte Person im Haus ist die Concierge. Um die Bewohner nicht bloß zu stellen, gibt sie sich eher einfach gestrickt.
Die einzelnen Charaktere sind wunderbar beschrieben und so eine klare Leseempfehlung.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Mi 20. Nov 2024, 12:57
von Kröter
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: So 9. Mär 2025, 21:24
von Hawklord
Madeline Calvelage - Unser Beruf ist nicht das Problem. Es sind die Umstände.
Auf diesen Aufzeichnungen basiert der sehr sehenswerte Film "Heldin". Beide sind nichts für zartbesaitete Gemüter, aber nachdem auf unserem Rock Planeten der Altersdurchschnitt nicht gerade gering ist, sollte man sich durchaus mal mit dieser Thematik auseinandersetzten. Abgesehen davon, dass man auch mit jungen Jahren zu einem Pflegefall werden kann.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Di 11. Mär 2025, 13:29
von Faltenrock
Thomas Schlesser - Monas Augen
Tolle Beschreibung der jeweiligen Künstler und deren Kunstwerke.
Die Geschichte drum herum fand ich stinklangweilig.
Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Di 11. Mär 2025, 18:16
von Kröter
BELA B. FELSENHEIMER - Scharnow (2019)
In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit. (Quelle: Amazon)
Ich hab mich all die Jahre nicht an diesen Roman ran getraut. Einerseits, weils meistens in die Hose geht, wenn Musiker sich als Schriftsteller versuchen. Und andererseits, weil mich die krude Themenbeschreibung irgendwie abgeschreckt hat. Aber ich mag Bela B. als Typen - und da er jetzt mittlerweile sein zweites Buch ("Fun") veröffentlicht hat, hab ich mich jetzt doch rangetraut. Bis jetzt (etwas über 100 Seiten liegen hinter mir) hab ich es noch nicht bereut und bin positiv überrascht.

Re: Ich lese gerade...
Verfasst: Di 1. Apr 2025, 18:11
von Lavender
Jule Zeh - Unterleuten

- 41wTsxhSUAL._SY445_SX342_.jpg (12.39 KiB) 953 mal betrachtet
Mein Nachbar kam mit dem Buch um die Ecke und empfahl es mir. Da ich noch etwas anderes zu lesen hatte, nahm meine Frau zunächst das Werk in die Hand und legte los. Ruckzuck hatte sie es gelesen und war sie begeistert. Nun nachdem ich mein Buch zu Ende gelesen hatte, entschloss ich mich, mich an "Unterleuten"zu machen. Bislang liegen 50 Seiten hinter mir und ich finde noch nicht so recht den Zugang zu der Geschichte. Fünfzig Seiten gebe ich dem Wälzer noch. Dann werde ich entscheiden, ob ich weiterlese, oder ob die den Roman wieder zu meinem Nachbar bringen werde.
Hier etwas zur Handlung:
Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.
Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?